Astrologie
Kinderhoroskope
Kinderhoroskope für Astrologen
Buch:
"Kinderhoroskope deuten und verstehen"
InhaltGrundsätzliches |
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Im weiten Feld astrologischer Möglichkeiten liegen mir
Kinderhoroskope ganz besonders am Herzen. In vielen Beobachtungen,
Gesprächen und Beratungen stelle ich immer wieder mit Staunen fest,
wie direkt und unkompliziert sich Kinder zum Ausdruck bringen. Sie
zeigen mir die einzelnen Archetypen in einer Klarheit, wie ich sie
sonst kaum finde.
Ein Kinderhoroskop ist ein Spiegel dieser Archetypen und gibt
Einblick in die psychologische Grundstruktur des Kindes. Es kann
Eltern helfen, ihr Kind besser zu verstehen und in seinem So-Sein zu
akzeptieren. Ich habe dies mit meinem eigenen Sohn auf eindrückliche
Weise erfahren. Mit Krebsaszendent und Krebsmond am Aszendenten hat
er in einer luft- und erdbetonten Familie keinen leichten Stand.
Wenn er als Kleinkind weinte und ich als waage- und merkurbetonte
Mutter ihn nach dem Grund fragte, heulte er nur noch lauter. Das
Horoskop zeigte mir klar, dass der Draht zu ihm kein "luftiger",
sondern eben ein "wässeriger" war. Ich versuchte mich in seiner
Ausdrucksweise, wiegte ihn im Arm und begann zu singen. Und siehe
da, es funktionierte bestens. Meist hörte er sofort auf zu weinen,
sang und lachte mit. Ich wusste zwar nicht, was der Grund seiner
Tränen gewesen war, doch indem ich mich auf sein Element einstimmte,
konnte ich ihm die nötige Geborgenheit vermitteln.
Ein Kind in seiner Individualität zu verstehen und zu akzeptieren,
ist die beste Voraussetzung, es gezielt zu fördern. Zum Beispiel
gibt die Saturnstellung in Haus und Aspekten Hinweise, in welchem
Zusammenhang ein Kind sich besonders bewähren möchte. In diesem
Bereich stellt es hohe Anforderungen an sich selber, reagiert
empfindlich auf Kritik und zeigt zähe Ausdauer. Von den Eltern
braucht es gerade in diesem Bereich eine zuverlässige Rückendeckung,
Übungsmöglichkeiten und die Erlaubnis, Fehler zu machen. Erhält es
dies, wird es im Zusammenhang mit der Hausstellung des Saturn schon
früh zu einem selbständigen und verantwortungsbewussten kleinen
"Meister" und gewinnt innere Sicherheit.
Jedes Kind "macht" gelegentlich Probleme. Eine astrologische
Beratung vermag den Eltern Zusammenhänge aufzuzeigen und
Schwierigkeiten in ein positives Licht zu rücken. So kann
beispielsweise ein Kind mit einer Mars-Pluto-Konstellation die
Eltern buchstäblich zum Ausrasten bringen. Die Astrologie kann zwar
die Heftigkeit der Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kind
nicht mindern, doch zeigt die Mars-Pluto-Symbolik im Kinderhoroskop,
dass dieses Kind seinen Charakter in entsprechend heftigen
Auftritten schleifen will und muss. Wenn die Eltern erkennen, dass
sein Lernprozess den Umgang mit Macht und Gewalt beinhaltet und die
entsprechenden Ausbrüche nicht "daneben" sind, können sie das Kind
angemessen begleiten, anstatt es zum Familienproblem zu degradieren
und sich selber mit Schulgefühlen zu belasten. Das Wissen um die
Eigenheiten eines Kindes hilft vielen Eltern, sich von
Selbstvorwürfen zu lösen.
Auch wenn ein Kinderhoroskop die Möglichkeit bietet, ein Kind besser
zu verstehen und in seiner Entwicklung zu begleiten, so sollten wir
darüber die Gefahren nicht vergessen. Ein Kinderhoroskop soll nicht
dem Kind eine Form überstülpen und aussagen, wie es zu sein hat.
Wenn Eltern beispielsweise gerne ein kleines Musikgenie hätten und
der Astrologe erwähnt nebenbei, dass die Sonne-Neptun-Konstellation
unter anderem durch Musik zum Ausdruck gebracht werden könnte, so
kaufen diese Eltern möglicherweise noch am selben Tag eine Geige und
lassen das Kind täglich eine halbe Stunde üben, weil ja der
Astrologe gesagt hat, Musik wäre gut. Obwohl dieses Beispiel fast
schon wie eine Karikatur anmutet, ist es leider eine Tatsache, dass
die Vorstellungen der Eltern Gartenzäunen gleichen, welche die
Grenzen der Kinder abstecken und ihre individuellen Neigungen
einschränken. Der Einbezug des Kinderhoroskopes trägt dazu bei,
diesen Gartenzaun zu erweitern, kann ihn jedoch auch zu einer Mauer
werden lassen. Die Deutung von Kinderhoroskopen ist aus meiner Sicht
eine Gratwanderung zwischen Segen und Schaden.
Ein weiteres heikles Thema ist die Tatsache, dass Eltern und
Astrologe über das Kind in dessen Abwesenheit sprechen. Wie leicht
kann eine gut gemeinte Absicht vom Kind als Machtmissbrauch
empfunden werden. Besonders ein Kind mit Merkur-Pluto-Themen
reagiert empfindlich auf das Wissen, das der Astrologe den Eltern
vermittelt hat. Ein Beispiel: Als ich einige Wochen nach einer
Beratung die Mutter mit dem neunjährigen Manuel zufällig traf,
forderte sie den Jungen auf, mir ein Erlebnis zu erzählen. Dieser
jedoch meinte trocken: "Das ist doch nicht nötig, sie weiss eh alles
von mir!" Manuel hat Sonne, Mond und Merkur im Skorpion. Wie dieses
Beispiel zeigt, kann man als Astrologe kaum genug auf die Grenzen
der astrologischen Aussagemöglichkeiten hinweisen. Um dem
Machtmissbrauch mit dem astrologischen Wissen keinen Vorschub zu
leisten, sollte es einem Kind mindestens ab dem zwölften Altersjahr
freigestellt werden, ob es am Beratungsgespräch teilhaben möchte.
Die Frage, ob es sinnvoll ist, das Horoskop für ein Neugeborenes zu
deuten, möchte ich hier zwar aufwerfen, aber dem werten Leser zum
Nachdenken überlassen.
Ein Kinderhoroskop kann - wie jedes Radixhoroskop - für sich allein gedeutet werden. Dies ist Thema des zweiten Teils dieses Artikels.
Die ersten Lebensjahre verbringt ein Kind in einer engen
Mutter-Kind-Beziehung. Das Horoskop der Mutter enthält entsprechend
wichtige Zusatzinformationen. Ein Beispiel: Ein Kind hat eine etwa
ausgewogene Luft-Wasser-Betonung. Ist seine Mutter wasserbetont,
neigt auch es dazu, Wasserqualitäten zu entwickeln. Mit einer
ausgesprochen "luftigen" Mutter wird es dagegen schnell merken, dass
verbale und denkerische Fähigkeiten, Neugier und Interesse besser
ankommen als sein Schmusebedürfnis. Vergleicht man die
Zeichenstellung der persönlichen Planeten und deutet die
Synastrieaspekte, lässt sich die Mutter-Kind-Beziehung mit einer
ähnlichen Treffsicherheit beschreiben, wie eine
Mann-Frau-Partnerschaft. Die Aussagekraft dürfte sogar noch grösser
sein, denn ein Kind hat grundsätzlich weniger Möglichkeiten, seine
Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, als ein Erwachsener.
Eine dritte Deutungsebene bietet der Einbezug aller
Familienmitglieder. Eine Familie kann als geschlossenes System
betrachtet werden, in dem die Rollen einigermassen stabil verteilt
sind. Mindestens ein Familienmitglied "trägt Verantwortung". Oft
gibt es einen Besserwisser, einen Hilfsbedürftigen, einen Clown,
Aussenseiter oder Vermittler, einen Retter und Helfer. Vergleicht
man die Horoskope der einzelnen Familienmitglieder, so kann man
daraus auf die Rollen und deren Verteilung in der Familie
schliessen. Ein Kind mit einem stark gestellten Uranus neigt zu
einer Aussenseiterrolle, übernimmt diese jedoch nur, wenn sie nicht
schon von einem anderen Familienmitglied besetzt ist.
Zehn Astrologen haben bekannterweise mindestens elf Arbeitsmethoden.
Meine Art und Weise, ein Kinderhoroskop zu deuten, ist also eine
unter vielen Möglichkeiten und soll Ihnen, liebe Leserinnen und
Leser, Impulse vermitteln und die Lust zum Experimentieren wecken.
Um etwas Struktur in die folgenden Ausführungen zu bringen, sei an
dieser Stelle eine Liste der astrologischen Stellungen aufgeführt,
die ich in einem Kinderhoroskop speziell berücksichtige.
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In einem zweiten Durchgang berücksichtige ich folgende Themen:
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Im folgenden werde ich auf die ersten sechs Punkte etwas näher
eingehen.
Noch ein Hinweis zur Verschiebung der Deutungsschwerpunkte mit
zunehmendem Alter: Gemäss dem hermetischen Gesetz "Wie oben so
unten" widerspiegelt die Entfernung der einzelnen Planeten im
Sonnensystem tendenziell die menschliche Entwicklung. Der Mond steht
als der erdnahste Himmelskörper auch als astrologisches Prinzip dem
Neugeborenen am nächsten. Zweitnächster Planet ist der Merkur,
dessen Prinzip mit dem Beginn der Sprachentwicklung in die
Kindpersönlichkeit aufgenommen wird. Als nächste Stufen im Spiel mit
den Analogien folgen Venus und Mars, die ihre Entsprechungen im
Aufbau der ersten Beziehungen und im Nein-Sagen des Kleinkindes
finden.
Eine Betonung des Feuerelementes durch persönliche Planeten,
Aszendent oder absteigenden Mondknoten weist auf ein aktives Kind
hin. Entweder auf der körperlichen oder auf der kreativen Ebene ist
dieser kleine "Unternehmertyp" ständig in Bewegung, klettert auf
Bäume, bastelt, organisiert und hält die Umwelt mit seinen
Forderungen ganz schön in Trab. Eine Mutter wechselt vermutlich
zwischen Hosen waschen, aufgebrachte Nachbarn beschwichtigen und
Material anschaffen. Wenn "Nein" nicht das erste Wort überhaupt ist,
so doch ein oft gebrauchtes. Das Feuerelement ist spontan und direkt
und äussert sich schon in den ersten Lebensjahren durch einen
ausgeprägten Willen und eventuell eine entsprechend heftige
Trotzphase.
Daneben wirkt ein erdbetontes Kind auf den ersten Blick fast passiv.
Im Gegensatz zum Feuertyp stürmt dieses nicht ins Leben hinein,
sondern tastet sich buchstäblich an die Dinge heran. Etwas begreifen
ist bei ihm mehr als bei anderen wörtlich zu verstehen: be-greifen.
Es nimmt alles in die Hände und oft auch in den Mund, um so durch
die direkte Sinneswahrnehmung mit der Umwelt in Kontakt zu treten.
Erdbetonte Kinder können stundenlang Kieselsteine sortieren, jeden
Zigarettenstummel von der Strasse aufheben oder die Zahnbürste für
die unglaublichsten Experimente gebrauchen. Bedächtig und genau wird
alles untersucht. Eine Unterbrechung im Spiel, bzw. in seinen
Studien quittiert der kleine Erdtyp oft mit Protest und Gebrüll. So
richtig entfalten kann er sich in einem gleichbleibenden, stabilen
Umfeld und einem geregelten Tagesablauf. Eine nervöse Mutter, ein
ständiges Kommen und Gehen oder neue Möbel im Kinderzimmer bringen
ihn leicht aus dem Gleichgewicht.
Ganz anders reagiert ein luftbetontes Kind auf einen "frischen Wind"
in der Familie. Neugierig und offen begrüsst es alles Unbekannte.
Kaum kann es sprechen, beginnen die Fragen wie eine unversiegbare
Quelle zu sprudeln. Wer nicht ein ausgesprochen redefreudiger Typ
ist, hat spätestens beim hundertsten "Warum?" Mühe, eine klare und
freundliche Antwort zu geben, zumal wenn es offensichtlich ist, dass
der Kleine gar nicht an der Antwort interessiert ist. Grundsätzlich
läuft das Plappermäulchen den lieben langen Tag und braucht für eine
gesunde Entwicklung Eltern, die ihm auch zuhören, ihm Geschichten
erzählen, mit ihm reden und seinem geistigen Hunger Nahrung bieten.
Dazu gehört neben dem Gespräch auch kreatives Spielzeug, das immer
wieder neu kombiniert werden kann und so den wachen Geist des Kindes
fördert. Selbständig zu denken und zu handeln ist für ein Luftkind
eine Selbstverständlichkeit, vorausgesetzt, die Eltern lassen es zu.
Ein wasserbetontes Kind bleibt dafür um so lieber "Kind". Mehr als
alle anderen braucht es Streicheleinheiten und ist ein
ausgesprochenes Schmusekätzchen. Wo das Feuerkind seinen Willen
einbringt, das Erdkind seine Beobachtungsgabe und das Luftkind einen
aufgeweckten Verstand, da zeichnet sich das Wasserkind durch ein
feines Stimmungsbarometer aus. Wie kein anderes erfasst es die Hochs
und Tiefs der Familienmitglieder, fühlt sich unglücklich, wenn die
Mutter mit ihrem Leben unzufrieden ist, oder trotzt und weint, wenn
ein unausgesprochener Konflikt zwischen den Eltern in der Luft
liegt. "Stimmt" das Klima - und dies gilt ebenso für die Familie wie
für die Schule und das weitere Umfeld -, so lacht und singt es
fröhlich und zeigt seine ausgelassene und unbeschwerte Kind-Natur.
Mit seinem empfindsamen und beeindruckbaren Gemüt braucht es viel
Zärtlichkeit und Zuwendung und spricht weit besser auf eine Umarmung
als auf lange Erklärungen an.
Die meisten Kinder sind keine reinen Feuer-, Erd-, Luft- oder
Wassertypen, sondern Mischungen davon. Das Horoskop muss
differenzierter untersucht werden. In einem nächsten Schritt bieten
sich Aszendent und Mond im Zeichen als besonders aussagekräftig an.
Der Aszendent wird mit dem Erscheinungsbild gleichgesetzt. Vom
ersten Lebenstag an zeigt ein Kind die Zeichenqualitäten seines
Aszendenten. Beispielsweise strahlt ein Kind mit einem
Steinbock-Aszendenten einen gewissen Ernst aus. Ein gleichaltriges
Kind mit einem Krebs-Aszendenten wirkt wesentlich kindlicher. Die
Mitmenschen reagieren entsprechend. Im Wechselspiel mit der Umwelt
eignet sich das Kind ein passendes Verhalten an und entwickelt
Reaktionsweisen mit den typischen Merkmalen des Aszendentenzeichens.
Der Aszendent kann mit einer gut sitzenden Maske verglichen werden,
hinter der sich bei näherem Kennenlernen oftmals ein ganz anderer
Kern verbirgt. Ein typischer "Aszendenten-Maskenball" ist
beispielsweise der Schuleintritt, bzw. die erste Viertelstunde im
Schulzimmer aus der Sicht der Lehrerin. Ein Kind mit Widder-AC
stürmt allen voran ins Schulzimmer. Der Stier-AC folgt bedächtig und
sichert sich erst mal einen Platz. Zwilling-AC schliesst unter Tür
und Angel schnell ein paar neue Bekanntschaften. Krebs-AC fühlt sich
ohne die sichere Hand der Mutter ein bisschen verloren. Der Löwe
erhebt lautstark seine Stimme und zieht aller Augen auf sich.
Aszendent Jungfrau überlegt sich, dass ein Fensterplatz wohl nicht
schlecht wäre, und die Waage schaut sich nach einem sympathischen
Banknachbarn um. Skorpion hält sich im Hintergrund, um den
geeigneten Moment abzuwarten. Schütze hat bereits einige Kameraden
von seiner neuen Ballspiel-Idee begeistert. Steinbock geht
gemessenen Schrittes auf den ihm geeignet erscheinenden Platz zu und
setzt sich. Wassermann freut sich über all das Neue, das dieser Tag
mit sich bringt. Den Fische-AC muss die Lehrerin in dem Trubel
ziemlich lange suchen...
Diese Karikatur ist gar nicht so übertrieben, wie sie auf anhieb
erscheint. Kinder drücken sich oft klarer und ungehemmter aus als
Erwachsene.
Wenn ein Kind das Licht der Welt erblickt, ist es noch sehr
bedürftig. Es braucht Wärme, Nahrung und Geborgenheit, also lauter
Mond-Entsprechungen. Auch es selber drückt Lust- und Unlustgefühle
durch Strampeln, Lächeln und Weinen aus. Der Mond ist somit das
erste Planetenprinzip, das dem Kind als Ausdrucksmittel zur
Verfügung steht.
Die Mondstellung im Kinderhoroskop gibt u.a. Antwort auf folgenden
Fragen:
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Kinder mit einem Feuer- oder Luftmond schätzen Abwechslung. Mond in
Erde oder Wasser lässt eher auf ein Bedürfnis nach Beständigkeit und
einem warmen Familienklima schliessen. In der Zeichenstellung des
Mondes finden viele Gewohnheiten und Eigenheiten des Kindes ihre
Parallelen. Ich möchte als Beispiel das Gute-Nacht-Ritual der
sechsjährigen Nina anführen. Jeden Abend bekommt sie genau zehn
Küsse von der Mutter und gibt ihr auch zehn. Und dies nicht einfach
links, rechts, klatsch, klatsch, sondern nach einem komplizierten,
etwa fünfminütigen Ritual. Nun möchte Nina eine Woche zu den
Grosseltern in die Ferien. Sie will jedoch auf kein
Gute-Nacht-Ritual mit der Mutter verzichten. Die Lösung des Problems
liegt darin, dass die beiden in der Woche vor den Ferien jeden Abend
zweimal das gesamte Ritual vollziehen. So nimmt und gibt Nina genau
die Anzahl Gute-Nacht-Küsschen, an die sie gewohnt ist. Nur der
Zeitpunkt ist verschoben. - Sicher haben Sie es alle schon erraten:
Nina hat einen Jungfrau-Mond.
Zeichen- und Hausstellung des absteigenden Mondknotens zeigen ein
Thema auf, das dem Kind ohne ersichtlichen Grund vertraut ist, das
jedoch oft in übertriebener oder etwas querer Form zum Ausdruck
kommt. So benehmen sich Kinder mit absteigendem Mondknoten in Löwe
oder fünftem Haus oft wie verkannte Majestäten, Kinder mit
absteigendem Mondknoten in Skorpion oder achtem Haus spielen ihre
Wirkung auf andere aus und jene mit absteigendem Mondknoten im
Schützen oder neunten Haus wissen alles besser. Mit dem Thema des
absteigenden Mondknotens hat ein Kind in der Regel wenig Erfolg, was
es im Erwachsenenalter schliesslich veranlasst, sich dem Gegenpol,
dem aufsteigenden Mondknoten zuzuwenden und das Thema der ganzen
Achse zu einer Synthese zu entwickeln.
Saturn gilt als Symbol für Form und Struktur. In den ersten
Lebensjahren übernehmen die Eltern die Saturn-Funktion für das Kind,
indem sie die Regeln des Zusammenlebens, den Tagesablauf und vieles
mehr festlegen. Doch schon bald regt sich in den Kleinen das
Bedürfnis, sich zu bewähren. Sie suchen nach Herausforderungen und
versuchen diese nach dem Vorbild der Eltern zu meistern. Die
Hausstellung des Saturns gibt den Bereich an, in dem ein Kind
besonders gefordert sein will. Beispielsweise ist
situationsgerechtes Auftreten und Kleidung mit Saturn im ersten Haus
besonders wichtig. Saturn im sechsten Haus steht symbolisch für eine
kleine Haushalthilfe. Ein Kind mit einem Siebthaussaturn fühlt sich
verantwortlich für seine nächsten Freunde, die oft auch jünger sind.
Mit Saturn im zehnten Haus mag die Aufforderung heissen, sich wie
ein kleiner Erwachsener zu benehmen. Saturn verkörpert eine
kritische und anspruchsvolle Haltung den Haus- und Aspektthemen
gegenüber. Wenn Eltern dieses Bedürfnis angemessen unterstützen, dem
Kind seinem Alter entsprechend Übungsmöglichkeiten und Verantwortung
übergeben, entwickelt es Selbstvertrauen und Sicherheit. Stellt sich
zum inneren Perfektionsanspruch noch der Ehrgeiz der Eltern oder
übertragen diese dem Kind aus Unachtsamkeit oder Bequemlichkeit
zuviel Verantwortung, so überfordert sich das Kind leicht. Wenn dann
noch Spannungsaspekte des Saturns dazukommen, verfestigt es in sich
die Erfahrung, eh nie zu genügen. Saturn äussert sich dann als
innerer Leistungsdruck. Ehrgeiz, Härte, Angst und Unsicherheit sind
die möglichen Folgen. Die Kinder, die heute heranwachsen, übernehmen
den Saturn-Persönlichkeitsteil um einiges früher als ältere
Generationen und sind entsprechend selbständiger und
verantwortungsbewusster.
Jupiter - traditionsgemäss der "grosse Wohltäter" - zeigt auch in
einem Kinderhoroskop durch seine Haus- und Aspektstellung auf, in
welchen Bereichen ein Kind besonders hellhörig für Lob ist, eine
besonders optimistische Haltung zeigt und entsprechend leicht mit
dem Thema umgeht. Doch heute, im Zeitalter der fast unbegrenzten
Möglichkeiten, birgt ein jupiterhaftes Verhalten auch seine
Gefahren. Die Jupiterstellung gibt Hinweise auf allfällige
Masslosigkeit, Leichtfertigkeit und blinden jugendlichen Eifer. Mit
Jupiter im ersten Haus ist die Versuchung zu einem grossspurigen
Auftreten beachtlich. Jupiter im zweiten Haus weist auf einen
verschwenderischen Umgang mit Geld und Besitz, u.s.w.. Den Eltern
bleibt es kaum erspart, dem Jupiter ihrer Kinder Grenzen zu setzen.
Die transsaturnischen Planeten werden von Kindern zu einem grossen
Teil im Spiegel der Umwelt erlebt. Vor allem die starke Betonung
eines oder mehrerer dieser Planeten lässt vermuten, dass das Kind
die Eltern und sein nächstes Umfeld mit dieser Prägung erlebt. Ein
stark gestellter Uranus fördert schwierige Leitmotive wie "Lass dich
nicht ein!" oder "Sei etwas Besonderers!" Ein von Neptun geprägtes
Kind tut sich schwer mit der Entwicklung eines eigenständigen Egos.
Sein Motto könnte lauten: "Meine Familie weiss schon, was für mich
gut ist!" Ein plutonisches Kind erlebt sein Umfeld unter dem Aspekt
von Macht oder Ohnmacht. Sein Satz könnte heissen: "Entweder ist man
der stärkere und hält die Fäden in der Hand, oder man unterliegt."
Einerseits erlebt ein Kind mit einem transsaturnischen Planeten an
AC oder MC oder in einem starken Aspekt zu persönlichen Planeten
Elternhaus und Schule unter der entsprechenden Färbung, gleichzeitig
jedoch versucht es auch, die Prinzipien von Uranus, Neptun und Pluto
selbst zum Ausdruck zu bringen.
Kinder mit starken Uranus-Aspekten erheben oft Anspruch auf eine
gewisse Sonderrolle, wollen nicht mit den anderen in denselben Topf
geworfen werden und geniessen es, aufzufallen. Sie brauchen
grundsätzlich viel Freiraum. So sollten sie früh schon in einzelnen
Bereichen selber entscheiden dürfen und auch die Konsequenzen dafür
tragen. So lernen sie mehr als durch Verbote, ihre innere Unruhe zu
lenken, So dass die uranische Veranlagung immer mehr zu einer
positiven Anregung im Leben wird. Oft fällt es diesen Kindern
schwer, sich einzugliedern und anzupassen. Sie brauchen immer wieder
die Auseinandersetzung in Gruppen, um zu lernen, anderen denselben
Freiraum zuzugestehen, den sie für sich selber beanspruchen.
Kinder mit Neptun-Aspekten im Radixhoroskop nehmen mit Vorliebe
unausgesprochene und unterschwellige Themen in der Familie auf. Sie
haben eine ausgezeichnete Antenne für die Stimmung in der Familie.
Sich selber nehmen diese Kinder oft erst in zweiter Linie wahr; im
Vordergrund steht für sie die Familie. So können sie beispielsweise
krank werden, weil die Mutter gerne pflegt. Oder sie entscheiden
sich für einen Beruf, weil er den Vorstellungen des Vaters
entspricht. Grundsätzlich identifizieren sie sich mit der Familie
und fühlen sich für Unstimmigkeiten auch leicht schuldig. Die
einzige Möglichkeit für Neptun-Kinder, sich gegen eine harte äussere
Realität abzugrenzen, ist die Flucht in eine innere Traum- und
Fantasiewelt. Sie sind dann zwar körperlich anwesend, ihre
Aufmerksamkeit ist jedoch ganz nach innen gerichtet. Wenn Eltern mit
einem Neptun-Kind Schwierigkeiten haben, so liegt die Ursache oft
nicht beim Kind, sondern in der Familie oder in seinem näheren
Umfeld. Das Kind ist nur Symptomträger, wird jedoch dadurch stark in
seiner persönlichen Entwicklung beeinträchtigt. Oft sind
Neptun-Kinder sehr angenehm und unauffällig. Man ist geneigt,
einfach über sie hinwegzugehen oder ihnen allzu schnell zu helfen.
Sie benötigen jedoch für eine gesunde Entwicklung die Erfahrung, ein
eigenständiges Wesen zu sein und selbst etwas bewirken zu können.
Kinder mit einer Pluto-Betonung im Horoskop brauchen eine gewisse
Dramatik. Sie zögern in der Regel nicht, sich diese auch zu
verschaffen. Ein Beispiel dazu ist die am Anfang dieses Artikels
erwähnte Mars-Pluto-Auseinandersetzung. Mit Merkur-Pluto ist Wissen
das Machtmittel, mit Mond- und Venus-Pluto muss Liebe herhalten.
"Ich habe dich nur gern, wenn du...." oder "Ich verlasse dich, wenn
du nicht ....." sind typische Aussagen dafür. Für eine gesunde
Entwicklung braucht der kleine Plutonier Eltern, die ihre eigene
"dunkle" Seite akzeptieren und ihre Energien weder unterdrücken noch
auf allzu destruktive Weise zum Ausdruck bringen. Als Vorbild helfen
sie dem Kind, sein gewaltiges Energiepotential in konstruktive
Bahnen zu lenken. Wenn es lernt, sich ohne Angst mit den dunklen,
kompromisslosen und intensiven Aspekten seiner Persönlichkeit
auseinanderzusetzen, findet es Zugang zu seiner Kraft und
Lebendigkeit. Dann kann gerade dieser Teil ein enormes
Energiepotential entfalten und es zu einer starken Persönlichkeit
heranwachsen lassen.
Die Sonne ist das Symbol für das Vaterbild, für unseren Willen und unser bewusstes Ich. Abgesehen von Hinweisen auf das Erleben des Vaters, ist ihr Einbezug in die Deutung eines Kinderhorosopes frühestens dann angesagt, wenn ein Kind "Ich" zu sagen beginnt. So richtig zum Strahlen kommt sie erst im Verlaufe der Pubertät, wenn der Jugendliche sich von den Eltern löst, zu einem selbständigen Individuum heranwächst und sein Weg sich abzuzeichnen beginnt. In diesem Weg offenbaren sich Zeichen, Haus und Aspekte der Sonne erstmals in aller Deutlichkeit.
© Meridian / Anita Cortesi