Astrologie
Kinderhoroskope
Kinderhoroskope für Astrologen
Buch:
"Kinderhoroskope deuten und verstehen"
InhaltGrundsätzliches zur Deutung des Kinderhoroskops
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Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar ...
Stimmen aus dem Kinderzimmer ... ein altes Lied ... Mond und Sterne,
die ihre ewigen Bahnen am Himmel ziehen ... Für mich hat die Welt
der Kinder etwas Heiles und Heilendes. Es ist jedesmal ein Geschenk
und ein besonderer Augenblick, wenn mich ein kleines Kind
vertrauensvoll an der Hand nimmt und in sein Reich entführt. Es
bringt in mir etwas unbeschreiblich Schönes in Schwingung -
Mondenergie mit einem Hauch Neptun!
Mit zunehmendem Alter werden die Kinder uns Erwachsenen ähnlicher.
Sie werden vernünftig und rational ansprechbar, wachsen in das
soziale Gefüge unserer Gesellschaft hinein und passen ihr Verhalten
an. Dabei verlieren sie den "Zauber aus der anderen Welt"
weitgehend.
Die Entwicklung, die ein Kind von Geburt (bzw. schon vorher) bis zum
Eintritt ins Erwachsenenalter durchläuft, ist ein stetiger
Bewusstwerdungsprozess. Das Neugeborene ist noch völlig eins mit der
Umwelt und unterscheidet nicht zwischen "Ich-da-drinnen" und
"Ihr-da-draussen". Erst im Alter von einigen Monaten erkennt das
Baby die Mutter, und erst mit ungefähr zwei Jahren erwacht eine
Ich-Identität und das Kind unterscheidet die eigene Person von der
Umwelt. Wenn es mit ein bis eineinhalb Jahren zu sprechen beginnt,
nennt es sich selbst beim Vornamen. Nach und nach erwacht es aus dem
symbiotischen Zustand, erkennt sich als eigenständiges Individuum
und spricht von sich in der Ich-Form. Es lernt, sich in unserem
Raum-Zeit-Kontinuum zu bewegen. Es beginnt, die abstrakte Bedeutung
von Buchstaben und Zahlen zu erfassen. Es eignet sich soziale
Verhaltensmuster an und fügt sich in Familie, Schule und
Gesellschaft ein. Dabei steht es in einer dauernden Wechselbeziehung
zwischen den Anforderungen der Aussenwelt und seinen inneren
Wachstumsimpulsen. In den vielfältigsten Variationen stellt sich ihm
die unbewusste Frage, wie es sich mit seinen ganz persönlichen
Anlagen unter den gegebenen Umweltbedingungen am besten entwickeln
und zum Ausdruck bringen kann.
An diesem Punkt kann die Astrologie als Orientierungshilfe
eingesetzt werden. Das Kinderhoroskop zeigt die persönlichen Anlagen
des Kindes. Es gibt Hinweise, wie die Eltern das Kind unterstützen
können. Es zeigt Charakterzüge auf, die den Eltern selbst fremd sind
und die gerade deshalb ihr besonderes Verständnis erfordern.
Ein beratendes Gespräch mit dem Astrologen, bzw. der Astrologin kann
den Eltern helfen, das Kind so zu akzeptieren, wie es ist, und
Schwierigkeiten auch als Chancen wahrzunehmen. Auch glauben viele
Mütter, gegenüber ihrem Kind versagt zu haben, und plagen sich mit
Schuldgefühlen. Gerade in unserer westlichen Gesellschaft ist der
Anspruch auf reibungslose Anpassung und Perfektion besonders hoch.
Von einem Kind wird erwartet, dass es "keine Schwierigkeiten macht".
Die meisten von uns haben ziemlich fixe Vorstellungen, wie ein Kind
zu sein hat. Wenn es nicht allein spielen kann, stottert, aggressiv
ist, viel weint, das Bett nässt, nicht isst oder nicht durchschläft,
wird es als problematisch bezeichnet und "zur Behebung des Symptoms"
in die Therapie geschickt.
Mit einem analogen Denkansatz - wie er in der Astrologie
selbstverständlich ist - stellt sich die Frage, was das Kind mit
seinem Verhalten zum Ausdruck bringt, auf welcher Analogiekette es
sich bewegt und welche alternativen Ausdrucksmöglichkeiten für
dasselbe Prinzip es auch noch gäbe. Alles, was Kinder tun oder nicht
tun, kann letztlich als Ausdruck der planetarischen Archetypen
verstanden werden. Wenn wir ein Verhalten als problematisch
erkennen, können wir uns überlegen, wie wir dem Kind geeignetere
Möglichkeiten bieten, damit es seinem Thema Form geben kann. Ein
einfaches Beispiel: Wenn ein Kind in der Schule nicht ruhig sitzen
kann, braucht es in seiner Freizeit viel Bewegung, sofern Mars im
Spiel ist, oder viel Abwechslung, wenn Uranus stark steht. Manchmal
- z.B. wenn Neptun mitmischt - trügt der Schein, und das Kind
benimmt sich vorbildlich, hat aber Mühe, eine Ich-Identität zu
entwickeln, weil es zu sehr in der Rolle des lieben, angepassten
Kindes fixiert ist. Dieses Kind braucht die Aufforderung, Stellung
zu beziehen und klar zu sagen, was es will.
Grundsätzlich sind bei der Deutung von Kinderhoroskopen zwei
Schwerpunkte zu beachten:
Die Arbeit mit Kinderhoroskopen ist heikel, denn das Kind kann in
der Regel nicht selbst Stellung zu den Aussagen des Astrologen, bzw.
der Astrologin nehmen. Wird das Horoskop des Elternteils, der in die
astrologische Beratung kommt, zusätzlich einbezogen, so muss auch
die Mutter, bzw. der Vater zu sich selbst stehen und das Gespräch
läuft weniger Gefahr, zu einer "Abhandlung über die Schwierigkeiten
des Kindes" zu werden. Ab 10-12 Jahren soll das Kind ebenfalls am
Beratungsgespräch teilnehmen oder zumindest gefragt werden, ob es
dies wünscht. Sonst wird der Astrologe oder die Astologin für das
Kind zu einer machtvollen Figur im Hintergrund, die allzu vieles von
ihm weiss. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, auch kleineren
Schulkindern zu erklären, was in einem Horoskop sichtbar ist und was
nicht. So brauchen sie keine Phantasien über eine "allwissende Hexe"
mit sich herumzuschleppen.
Am Beispiel von Michael und seiner Mutter Evelyne möchte ich zeigen,
wie ein Kinderhoroskop genutzt werden kann. Evelyne ist eine Mutter,
die den Wert des Kinderhoroskopes erkannt hat, ohne sich selbst
intensiv mit Astrologie zu beschäftigen. Als "doppelter Zwilling"
ist sie eine gute Beobachterin. Sie geht auf die Verhaltensweisen
von Michael ein und versucht ihn unter anderem mit Hilfe der
Astrologie zu verstehen. Sie bemüht sich, ihm die Experimentier- und
Übungsmöglichkeiten zu bieten, die er braucht. Auch sich selbst
stellt sie als "Reibungsfläche" zur Verfügung, wo es aus
astrologischer Sicht sinnvoll erscheint. Ein solches Zusammenspiel
von astrologischer Theorie in der Beratung und praktischer Umsetzung
in der Familie nutzt die Möglichkeiten, die ein Kinderhoroskop
bietet, optimal.
Michael ist im Sommer 1995 geboren und jetzt etwas mehr als
zweieinhalb Jahre alt. Er hat einen jüngeren Bruder. Die Eltern
teilen sich in die Betreuung der Kinder und Hausarbeit, und die
Mutter ist zu 50% berufstätig.
| Zu berücksichtigende Konstellationen: | bei Michael: |
| Elementeverteilung | Erdebetonung |
| Aszendent in Element/Zeichen | Aszendent in Wassermann |
| Mond in Element/Zeichen | Mond in Stier |
| Merkur in Element/Zeichen | Merkur in Krebs |
| absteigender Mondknoten in Zeichen und Haus | absteigender Mondknoten in Stier im 3.Haus |
| Saturn in Haus und Aspekten | Saturn im 2.Haus, Sextil Mond, Sextil Neptun |
| Jupiter in Haus und Aspekten | Jupiter im 10.Haus, Konjunktion Pluto |
| Uranus, Neptun und Pluto an Hauptachsen und im Aspekt zu persönlichen Planeten | Uranus am Aszendent, Opposition Sonne, Trigon Mars Neptun Opposition Merkur, Trigon Mond Pluto am MC, Opposition Mond, Trigon Sonne, Sextil Mars |
| In einem zweiten Durchgang zu berücksichtigende Themen: | |
| Venus und Mars in Element/Zeichen | Venus in Krebs, Mars in Waage |
| Sonne in Element/Zeichen | Sonne in Krebs |
| unbesetztes Element | kein Feuer |
| Planeten (von Sonne bis Saturn) an Aszendent oder MC | |
| rückläufige oder eingeschlossene persönliche Planeten | Mond eingeschlossen im 3.Haus |
Zur Ermittlung der Elementeverteilung setze ich die Gewichtung der
einzelnen Planeten im Kinderhoroskop anders als beim Erwachsenen.
Zusätzlich berücksichtige ich das Alter des Kindes. Wenn man sich
den Verlauf der kindlichen Entwicklung vor Augen hält, wird klar,
dass der Mond bei einem Baby eine weitaus zentralere Bedeutung hat
als bei einem Schulkind. Der Tagesablauf eines Neugeborenen besteht
zum grössten Teil aus den zwei Mond-Entsprechungen Schlafen und
Trinken. Fühlt es sich unwohl, weint es - auch dies ist dem
Mond-Prinzip zugeordnet. Im Alter von einigen Monaten erkennt es die
Mutter und beginnt, seine erste Beziehung aufzubauen - Venus wird
manifest. Die ersten Zähne kündigen Mars an. In den ersten Lauten
und Greifübungen erkennen wir das merkurische Prinzip. Im Laufe der
ersten Lebensjahre wandelt sich das reine Mond-Wesen des
Neugeborenen in ein vielfältiges Kleinkind, bei dem wir bereits alle
Planetenprinzipien erkennen können. Mit dem Schuleintritt rückt
Merkur nach vorne, und in der Pubertät nimmt schliesslich die Sonne
die zentrale Stellung ein, die der Mond beim kleinen Kind inne hat.
Aus diesem Grund berücksichtige ich grundsätzlich bei der Deutung
des Kinderhoroskopes und im Speziellen bei der Ermittlung der
Elementebetonung das Alter des Kindes. Folgende Tabelle kann als
Richtlinie genommen werden:
| Alter: | 2 Jahre | 7 Jahre | 15 Jahre |
| Aszendent | 20 | 15 | 15 |
| Sonne | - | 5 | 16 |
| Mond | 50 | 30 | 16 |
| Merkur | 5 | 20 | 10 |
| Venus | 5 | 10 für Mädchen 7 für Jungen |
13 für Mädchen 10 für Jungen |
| Mars | 5 | 7 für Mädchen 10 für Jungen |
10 für Mädchen 13 für Jungen |
| Jupiter | - | 2 | 5 |
| Saturn | - | 1 | 5 |
| abst. Mondknoten (Ketu) | 15 | 10 | 10 |
Das Horoskop von Michael ergibt folgende Elementeverteilung:
Im Alter von 2 Jahren:
| Feuer | Erde | Luft | Wasser |
| 50 für Mond 15 für abst. Mk. |
20 für AC 5 für Mars |
5 für Merkur 5 für Venus |
|
| kein Feuer | 65 Erdpunkte | 25 Luftpunkte | 10 Wasserpunkte |
Im Alter von 7 Jahren:
| Feuer | Erde | Luft | Wasser |
| 2 für Jupiter | 30 für Mond 10 für abst. Mk. |
15 für AC 10 für Mars |
5 für Sonne 20 für Merkur 7 für Venus 1 für Saturn |
| 2 Feuerpunkte | 40 Erdpunkte | 25 Luftpunkte | 33 Wasserpunkte |
Im Alter von 15 Jahren:
| Feuer | Erde | Luft | Wasser |
| 5 für Jupiter | 16 für Mond 10 für abst. Mk. |
15 für AC 13 für Mars |
16 für Sonne 10 für Merkur 10 für Venus 5 für Saturn |
| 5 Feuerpunkte | 26 Erdpunkte | 28 Luftpunkte | 41 Wasserpunkte |
Wir sehen, dass Michael mit einer ausgeprägten Erdbetonung ins Leben
tritt, jetzt - er ist 2½ Jahre alt - ein erdbetontes Kleinkind ist,
dass sich dieser Schwerpunkt aber im Verlaufe der Schulzeit stark
zugunsten des Wasserelementes verschieben wird. Was heisst dies?
Ein erdbetontes Kind - und so auch Michael - tastet sich
buchstäblich an die Umwelt heran. Stück für Stück erforscht es seine
Umgebung langsam und gründlich, indem es die Dinge anfasst und so
"begreift". Wo Kinder mit Feuerbetonung in neue Situationen
hineinspringen, nähert es sich dem Neuen vorsichtig Schritt für
Schritt.
Aufgrund der Elementebetonung ist anzunehmen, dass sich dieser
pragmatische Wesenszug bei Michael im Laufe der Jahre zugunsten
eines wachsenden Einfühlungsvermögens und verstärkten
gefühlsmässigen Reaktionen abflacht, also Wasserqualitäten die
Erdqualitäten zum Teil ablösen. Grundsätzlich verläuft jedoch die
Entwicklung vom Kleinkind zum jungen Erwachsenen in
entgegengesetzter Richtung, d.h. beim Kleinkind tritt das zentrale
Mondprinzip und die Bedeutung des Wasserelementes langsam zurück und
weicht einem rationalen, mehr erdigen Weltbild. Einerseits wird
Michael wie jedes Kind mit zunehmendem Alter vernünftiger,
anderseits verschiebt sich seine Elementeverteilung zugunsten des
Wassers. Michael dürfte somit auch in der Pubertät eine
kindlich-herzliche, einfühlsame, weiche und verletzliche Ader
bewahren.
Der Mond beschreibt unser Wohlbefinden. Er ist Symbol für
Bedürfnisse und Wünsche und für spontane Reaktionen "aus dem Bauch".
Er steht bei uns Erwachsenen für das "Innere Kind", für die
kindliche, unbefangene und vorurteilslose Seite in uns, die einfach
aus dem Moment heraus mit Lust oder Unlust auf die Umwelt reagieren
möchte.
Eine Möglichkeit, dem Mond in uns und im Kind zu begegnen, ist der
Gang ins Kinderzimmer. Wenn wir uns an den kleinen Tisch setzen, die
Spielanweisungen des Kindes befolgen und uns gänzlich in seine Welt
einlassen, erfahren wir mehr über den Mond, als uns das beste Buch
vermitteln kann. So können wir eine Menge über die astrologischen
Zeichenarchetypen lernen, denn Kinder sind unvergleichlich klar und
einfach in ihrem Ausdruck.
Was sie von uns brauchen ist ein geeignetes Umfeld. Das Horoskop und
insbesondere die Zeichenstellung des Mondes teilt uns mit, wie das
Kinderzimmer und der Spielplatz beschaffen sein sollen, welches
Klima im Elternhaus sich das Kind wünscht und welche "Spiele" im
konkreten wie auch in einem weiteren Sinn es spielen will.
unterstützt durch
|
Die Zeichenstellung des Mondes ist in jedem Kinderhoroskop von
zentralster Bedeutung. Bei Michael bekommt sie noch zusätzliches
Gewicht durch den absteigenden Mondknoten in Stier und Saturn im
zweiten Haus. Da die Mondknotenachse für einen Umlauf ungefähr 18
Jahre benötigt, ist die Zeichenstellung des Mondknotens eine
ungefähr 1½ Jahre dauernde Generationenstellung. Trotzdem betont er
bei Michael das Stierzeichen zusätzlich.
Stier ist das fixe Erdzeichen, also das fixeste und materiellste
Zeichen überhaupt. Stier verkörpert Ruhe und Gelassenheit. Er lässt
die Dinge an sich herankommen, beobachtet und bewegt sich kaum.
Während er nach aussen träge und unbeteiligt wirkt, gewinnt er
unmerklich an Boden und macht sich die Dinge zu eigen.
Für ein Kind mit Mond in Stier stehen der eigene Körper und die
Sinneswahrnehmung im Zentrum des Erlebens. Es fühlt sich geborgen,
wenn es gehalten und gestreichelt wird. Körperliche Zärtlichkeit und
Sinnlichkeit geben ihm das Gefühl, geschätzt und geliebt zu werden.
Die physiche, hautnahe Gegenwart der Eltern vermittelt ihm
Wohlbefinden, mehr als Worte oder das Familienklima. Es will in den
Arm genommen und gekuschelt, gestreichelt und liebkost werden.
Traute Gemeinsamkeit zieht es Ungewohntem vor und zeigt auch selbst
nicht allzu viel Unternehmungslust. Lieber als einer Idee
nachzulaufen, möchte es in stiller Zufriedenheit geniessen, was es
hat.
Stiermond-Kinder sind gutmütige Kinder, die sich weitgehend nach dem
Motto "leben und leben lassen" verhalten. Sie sind mit wenigen
Dingen zufrieden, mit denen sie sich um so intensiver beschäftigen.
Sie erspüren die Umwelt über die Sinne. Vor allem Beobachten und
Anfassen, aber auch Hören, Riechen und Schmecken vermitteln ihnen
wichtige Informationen über die materielle Welt.
So tasten sie sich im wörtlichen und im übertragenen Sinn langsam an
die Dinge heran und verarbeiten die Eindrücke gründlich. Dabei
wiederholen sie Handlungen solange, bis diese wirklich sitzen.
Vielleicht wollen sie immer denselben Spazierweg gehen, dieselben
Bücher anschauen oder mit denselben Spielsachen spielen, bis dies
sozusagen ein Teil von ihnen geworden ist. Auch eine Fertigkeit, zum
Beispiel Schuhe binden, üben sie mit grosser Ausdauer immer wieder,
bis sie diese gänzlich beherrschen und "besitzen". Die für den
Stier-Mond charakteristische Art und Weise, die Dinge und Eindrücke
nicht einfach vorüberziehen zu lassen, sondern sie sich geradezu
einzuverleiben, lässt solche Kinder oft langsam oder starrköpfig
erscheinen. Da sie alles Neue gründlich "verdauen" müssen, können
sie neue Eindrücke nicht schnell aufnehmen und fühlen sich
überfordert, wenn allzu viel auf sie einstürmt. Werden sie zu Eile
angetrieben, reagieren sie leicht bockig. Für ihr Wohlbefinden
brauchen sie eine möglichst gleichbleibende Umgebung und viel Zeit
für sich.
Dies ist astrologische Theorie, die Grundzüge eines Stier-Mondes.
Wie gibt nun Michael dieser Energie Ausdruck?
| Er schleppt seine Bettdecke auf den Teppich in der Stube und legt
sich mit seinen zwei riesigen Plüschbären darauf. Er liebt die zwei
grossen Kuschelteddys über alles. Wenn er sie hält und an sich
drückt, spürt er den Körperkontakt viel stärker als mit einem
kleinen Plüschtierchen. Obwohl er schon zweieinhalb Jahre alt ist
und die Mutter eigentlich möchte, dass er aus Tasse oder Glas
trinkt, mag er nicht auf sein Fläschchen verzichten. Einen Bären
auf, neben oder unter sich, ein bisschen am Fläschen lutschen und
auf der Decke kuscheln - man sieht, dass es Michael äusserst wohl
ist dabei. Auch beim Einkaufen und Spazieren zeigt Michael Stier-Qualitäten. Er will auf jeder Bank sitzen, und die Mutter soll sich neben ihn setzen. Dann geschieht lange nichts ... Ob wohl jemand Leim auf die Sitzfläche gestrichen hat? - Die Mutter hat noch nie ausprobiert, wie lange Michael von sich aus sitzen bleiben würde. Manchmal darf Michael den Vater auf Bauernhöfe begleiten. Traktoren und andere Landmaschinen, die Erde, Mist oder sonst etwas herumschaufeln, faszinieren ihn sehr. Er hat auch selbst einen Dreirad-Traktor. Obwohl er vom Alter her bereits treten könnte, setzt er sich auf seinen Traktor, bleibt am Ort und findet dies toll. - Im Spielzeugkatalog ist es ebenfalls die Seite mit den Baumaschinen, die ihn besonders fasziniert. |
Wie können die Eltern diesen Stier-Mond unterstützen? Indem sie
Michael das geeignete Umfeld bieten: Ruhe, Zeit, die Bären ... Mit
den grossen Teddybären sind sie vermutlich nicht nur seinem
Stier-Mond, sondern auch seinem Uranus und Wassermann-Aszendenten
sehr entgegengekommen, denn so kann Michael mit etwas wassermännisch
Besonderem kuscheln. Die Bären sollten nach Bedarf auch mit in die
Ferien.
Auf der Parkbank oder auf dem Dreiradtraktor zu sitzen sowie all die
anderen Stier-Mond-Eigenheiten sollten Michael gewährt werden. Dies
scheint selbstverständlich - doch Hand aufs Herz, wie lange würden
Sie mit Ihrem Kind auf der Parkbank sitzen bleiben, wenn zu Hause
eine Menge Arbeit wartet? Ein Stier-Mond-Kind wird unweigerlich "nun
komm schon endlich", "mach schon" und "was trödelst du da wieder
herum" zu hören bekommen. Wenn der Astrologe, bzw. die Astrologin
den Eltern erklären kann, warum das Stier-Mond-Kind so viel Zeit
braucht, fällt es ihnen wesentlich leichter, ihm diese Zeit auch zu
gewähren.
Das Kind fühlt sich wohl, wenn es sich den Mond-Qualitäten
entsprechend verhalten darf, und festigt so sein Urvertrauen. Darf
es dies nicht, so versucht es sich anzupassen - denn es will um
jeden Preis die Liebe der Eltern - und verdrängt seine
Mond-Bedürfnisse. Damit schneidet es sich längerfristig von seiner
inneren Quelle der Lebensfreude und Lebendigkeit ab. Was es
bedeutet, den Zugang zu den eigenen Mond-Quellen nur beschränkt zur
Verfügung zu haben, wissen viele von uns Erwachsenen leider nur zu
gut aus eigener Erfahrung!
Der zweite wichtige Faktor im Kinderhoroskop ist der Aszendent. Wie
der Mond, zeigt auch der Aszendent Verhaltensmuster. Der Unterschied
liegt darin, dass die Mond-Qualitäten Bedürfnissen "aus dem Bauch"
entsprechen, die Aszendenten-Qualitäten dagegen eher Gewohnheiten
sind. Man könnte sagen, ein Kind "ist" Mond und "spielt" Aszendent.
Der Aszendent beschreibt die Schnittstelle zwischen Kind und Umwelt.
Wenn das Kind mit der Umwelt in Kontakt tritt, ist sein Verhalten
und sein Auf-die-Welt-zugehen von den Eigenschaften des Aszendenten
geprägt. Das Kind erlebt, dass diese Eigenschaften gut
funktionieren. Die Eltern, Geschwister und die gesamte Umwelt
bestätigt es in diesen Eigenschaften. So zeigt sich ein Kind mit
Krebs-Aszendent besonders anschmiegsam und ein Kind mit
Zwillinge-Aszendent speziell aufgeweckt und neugiertig. Es hat
"herausgefunden", dass dieses Verhalten zu ihm passt und es damit
Erfolg hat. Und somit stellt es dieses ganz vorne in das
Schaufenster seiner Persönlichkeit. Die Aszendenten-Qualitäten sind
für jeden sichtbar. Im Unterschied dazu ist ein Kind mit Krebs-Mond
anschmiegsam und braucht die Kuscheleinheiten so notwendig wie Essen
und Trinken. Ebenso braucht ein Zwillinge-Mond geistige Anregung und
Gespräche, um sich wohl zu fühlen, zeigt dies aber nur, wenn ihm das
Umfeld zusagt. Die Mond-Qualitäten erkennt ein Aussenstehender nicht
so schnell wie die Aszendenten-Qualitäten. Der Aszendent kann als
Maske bezeichnet werden, wobei dies nicht in einem abwertenden Sinne
zu verstehen ist. Er ist das Werkzeug, mit dessen Hilfe sich das
Kind mit der Umwelt auseinandersetzt.
Ich glaube, dass es für ein Kind eine gewaltige Herausforderung ist,
wenn sein Aszendentenzeichen sich stark von seinem Mondzeichen
unterscheidet. Es ist, wie wenn sich ein Bauer ein Elfengewand
übergezogen hätte oder eine Tänzerin im Skianzug auftreten müsste.
Man stelle sich als Beispiel Fische-Aszendent und Löwe-Mond vor! Ein
solches Kind verhält sich relativ unauffällig. Nur in einem sehr
vertrauten Umfeld zeigt es sein feuriges Löwe-Temperament, stellt
sich in den Mittelpunkt, behauptet sich und wird aktiv und kreativ.
Es passt sich vordergründig an und hat doch eigentlich das
Bedürfnis, zu sein, wie ihm gerade zu Mute ist. Es braucht Eltern,
die dies erkennen und ihm Gelegenheit für seinen Löwe-Mond geben, so
dass es sein Selbstvertrauen stärken kann. Wenn es zum Beispiel bei
einer Geburtstagsfeier der Grossmutter den Blumenstrauss überreichen
darf, ist dies Balsam für den Löwe-Mond und liegt durchaus im Rahmen
des Fische-Aszendenten. Eltern und beratender Astrologe können
zusammen nach Möglichkeiten suchen, die dem Kind helfen, durch das
Verhaltensmuster des Aszendenten hindurch seinem Mond Ausdruck zu
verschaffen.
Die umgekehrte Situation - Löwe-Aszendent und Fische-Mond - ist auch
nicht einfacher. Mit dem Löwe-Aszendent tritt das Kind der Umwelt
sehr mutig und herausfordernd entgegen. Es stellt sich zum Beispiel
auf dem Spielplatz in die Mitte und sagt, was es will. Entsprechend
forsch reagieren die anderen Kinder, nehmen ihm vielleicht etwas
weg, laufen fort oder, falls sie sich auf ein gemeinsames Spiel
einlassen, bleibt das Löwe-Aszendent-Kind in majestätischer Distanz.
Doch der Fische-Mond möchte nichts lieber, als einfach
dazuzugehören. Es tut ihm weh, wenn die anderen ihm den Rücken
kehren. Er will ja nicht befehlen, sondern dabei sein. Dieses Kind
braucht Eltern, die ihm zeigen, dass es dazugehört. Vielleicht
überreicht auch es der Grossmutter den Geburtstagsstrauss. Aber die
dahinterliegende Erfahrung ist eine ganz andere als im vorherigen
Beispiel. Dieses Kind kann durch diesen Akt tief berührt sein von
der Familiengemeinschaft. Seine Erfahrung ist gemäss Fische-Mond:
Ich fühle mich eins mit der Familie.
unterstützt durch
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Die Kombination Wassermann-Aszendent mit Stier-Mond dürfte eine gewaltige Herausforderung sein. Zusätzlich wird das Wassermann-Thema unterstützt von einem Uranus, der nur fünf Grade oberhalb des Aszendenten und in einer auf einige Bogenminuten genauen Opposition zur Sonne sowie im Trigon zum Mars steht. Der Hang zum Aussergewöhnlichen ist unverkennbar. Wir erwarten, dass Michael mit grosser Selbstverständlichkeit seine originelle und unkonventionelle Seite zeigt, nicht viel auf konventionelles Rollenverhalten hält und es gar nicht schätzt, Dinge tun zu müssen, nur weil "man" es so tut. Er dürfte sich früh von der Mutter lösen, denn er gehört zu den Kindern, die lieber die Welt entdecken als an Mutters Schürzenzipfel hängen.
| Michael verhält sich auch tatsächlich so. Man kann Michael nicht einfach befehlen, was er zu tun hat. Zum Beispiel will er sich die Schuhe nicht anziehen lassen. Die Mutter fragt ihn, welche Schuhe er denn anziehen will. Über die Entscheidungsmöglichkeit vergisst er seine ursprüngliche Absicht und lässt sich die selbst gewählten Schuhe ohne weiteren Protest anziehen. Beim Zubettgehen ist es ähnlich. Michael schreit Zetermordio, wenn man einfach über ihn verfügt und ihn ins Bett stecken will. Er lässt sich jedoch lenken, wenn man ihn fragt, ob er die Treppe hinauf gehen, kriechen oder sich tragen lassen will. |
Der Wassermann-Aszendent braucht einen grossen Verhaltensspielraum.
Wenn die Eltern dies wissen, können sie ihm unzählige Möglichkeiten
wie die Treppensteigvarianten anbieten.
| Die konkreten Beispiel, die die Mutter erzählt, verraten neben dem Wassermann-Aszendenten auch den Stier-Mond. Wie mit einem so ausgeprägten uranischen Archetypen nicht anders zu erwarten ist Michael kein Kuschelkind. Seine Mutter fragt ihn, ob sie ihm ein Küsschen geben darf, und respektiert auch eine ablehnende Antwort. Sein Stier-Mond-Bedürfnis nach körperlicher Nähe stillt er - gemäss Wassermann-Aszendent - wann es ihm passt. Dann allerdings kommt er auf Evelyne zugerannt, umarmt sie heftig und sagt ihr, wie gern er sie hat. Beim Essen setzt er sich am liebsten dem Vater auf die Knie - aber auch nur, wenn und solange es ihm gefällt. |
Die wohl wichtigste Merkur-Entsprechung ist der rationale Verstand. Bei einem 2½ jährigen Kind beginnen sich die merkurischen Qualitäten erst langsam mit der Entwicklung der Sprache abzuzeichnen.
Im folgenden Beispiel sind die Krebsqualitäten des Merkurs wie auch
der Venus bereits deutlich ersichtlich:
| Michael spricht nur, wenn es ihm wohl ist. Fremden gegenüber ist er
sehr schweigsam und zieht sich zurück. Sein Babysitter, eine junge
Frau, konnte ihm in den ersten Stunden kaum ein Wort entlocken. Nun,
da sie ihm vertraut ist, schwatzt er wie ein Buch. Wenn er einmal zur Schule geht, dürfte er ebenfalls sehr zurückhaltend und schweigsam sein, bis ihm die Situation vertraut geworden ist. Die persönliche Beziehung zum Lehrer wird seinen Lernerfolg massgeblich beeinflussen, denn mit zusätzlich Sonne und Venus in Krebs muss die Schule zu einem zweiten Zuhause werden, bevor Michael optimal lernen kann. |
Der absteigende Mondknoten weist auf einen Bereich hin, der dem Kind sehr vertraut ist. Mit grosser Selbstverständlichkeit, ja geradezu selbstherrlich bringt es die entsprechenden Qualitäten zum Ausdruck. Da sich das Thema oft auf eine seltsam verzerrte Weise manifestiert, hat das Kind mit seinem Verhalten kaum Erfolg, hält aber trotzdem daran fest.
Mit dieser Mondknotenstellung ist Wissen für Michael sehr wichtig.
Ein absteigender Mondknoten im dritten Haus weist auf ein Kind, das
eifrig Informationen einholt und diese oft bei wenig passenden
Gelegenheiten zum Besten gibt. Dieses Kind stellt das Sammeln von
Daten über die persönliche Stellungnahme. Durch tendenziell
ablehnende Reaktionen der Umwelt lernt es, sich vermehrt eine eigene
persönliche Meinung zu bilden. Ein Beispiel von Michael:
| Auf einem Spaziergang dem See entlang sagte eine Frau zu Michael:
"Siehst du die Entchen?" - "Nein, es sind Belchen", antwortete
Michael, worauf ihn die Frau einen kleinen Besserwisser nannte. Die
Mutter kennt viele ähnliche Situationen, in denen Michael ihr
gegenüber etwas Altkluges vorbringt. Er weiss für sein Alter viel,
hat früh zu sprechen begonnen, früh ganze Sätze gebildet und z.B. an
Weihnachten auch die zweite und dritte Strophe von "Stille Nacht"
singen können, obwohl die Eltern es nicht mit ihm eingeübt haben.
|
Transsaturnische Planeten werden von Kindern zu einem grossen Teil
in der Projektion erlebt. Eltern, Lehrer, ein Polizist, ein Arzt
oder andere machtvolle Personen verkörpern Pluto. Das Kind erfährt
Pluto in Situationen, in denen es sich ohnmächtig fühlt. Trotzdem
versuchen Kinder schon sehr früh, den gewaltigen Kräften der
Transsaturnier selbst Ausdruck zu verleihen.
|
Hier einige Beispiele, wie der 2½ jährige mit dem mächtigen Gott der
Unterwelt umgeht:
| Wer hat die Macht? Meistens die Eltern. Aber wenn die Mutter am
Telephon ist, lässt sich der Spiess relativ leicht umkehren und man
kann der Mutter demonstrieren, dass man selbst als kleiner
Dreikäsehoch einflussreich genug ist, das Gespräch nachhaltig zu
stören und die Mutter dazu zu bringen, den Kontakt mit der
unbekannten Konkurrenz abzubrechen. Michael zeigt auch hier seinen
erfinderischen Uranus. Er holt sich zwei Pfannendeckel aus der Küche
und macht einen solchen Lärm, dass Evelyne der Spass am
Telephonieren jeweils ziemlich schnell vergeht! Ein andermal kommt
er mit einem alten Wecker. Er hat entdeckt, dass dieser läutet, wenn
man an der Schraube dreht. Also hält er das ratternde und lärmende
Ding der Mutter beim nächsten Telephonanruf ans Ohr. Wetten, dass
sie den Anruf schnell beendet! Der MC ist ein Bereich, der über den familiären Kreis hinausgeht. Mit Pluto am MC und in Konjunktion mit einem Schütze-Jupiter will Michael das "öffentliche Geschehen" beeinflussen. Wenn die Schwiegermutter zu Besuch ist und es Evelyne besonders wichtig ist, dass sich Michael von einer "anständigen" Seite zeigt, benimmt er sich völlig daneben, rennt unermüdlich mit grossem Lärm in der Wohnung herum und strapaziert die Nerven seiner Mutter ganz schön. Je mehr Evelyne irgend jemandem gegenüber sich als "fähige" Mutter mit einem "braven" Kind zeigen möchte, desto eher nutzt Michael die Situation und spielt seinen Pluto aus. Je wichtiger es Evelyne ist, dass er sich an bestimmten Orten anständig benimmt, desto ausgefallener wird er. Mit Jupiter und Pluto am MC möchte Michael der grösste sein. Er möchte auffallen und Beachtung finden. Besonders eindrücklich ist folgende Szene: Die Eltern waren mit ihm im Restaurant. Eine Musikband spielte und legte eine Pause ein. Der sonst eher zurückhaltende Michael trat vor sie hin, ein Büchlein mit Kinderliedern in der Hand. Er drehte sich um, schaute auf die Leute und sang zum Erstaunen der Eltern ein Kinderlied vom Anfang bis zum Ende. |
Obwohl die Beispiele relativ harmlos klingen, spiegeln sie doch den Versuch von Michael wieder, seine Macht auszuspielen. Wenn wir davon ausgehen, dass es mit Pluto nur Überlegene und Unterlegene gibt, so braucht ein Kind die Erfahrung des Überlegen-Seins, soll es nicht ein Muster des Unterlegen-Seins als alleingültig verinnerlichen. Wie die Beispiele von Michael zeigen, sucht er sich diese Erfahrungen selbst. In diesen Situationen ist es sehr wichtig, dass die Eltern nicht ihre gesamte Macht als überlegene Erwachsene ausspielen, das Kind massiv bestrafen oder es auf andere Weise spüren lassen, dass es letztlich doch unterlegen ist. Wenn eine Mutter resigniert zum Kind sagt: "Du machst mich fertig!", so kann dies auch als Zeichen gesehen werden, dass das Kind seinen Pluto erfolgreich eingesetzt hat. Es identifiziert sich mehr und mehr mit seiner plutonischen Energie und kann immer konstruktivere Umgangsformen dafür entwickeln. Diese wohl etwas ungewohnte Sichtweise kann den Eltern helfen, unangenehme und schwierige Seiten im Charakter des Kindes zu akzeptieren.
| Michael gibt auch seiner tiefgründigen Seite von Pluto Opposition
Mond auf eine sehr feinfühlige und eindrückliche Weise Ausdruck. Ein
Beispiel: Er hat Grippe und sitzt mit einem Kinderbuch im Bett. Nur
die Seite mit dem Lied vom kranken Häschen ist wichtig: Häschen in der Grube sitzt und schläft, armes Häschen, bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst. Evelyne muss ihm das Lied immer wieder vorsingen. Er sitzt da, hört zu und lässt die Mundwinkel mehr und mehr sinken. Schliesslich bricht er in Tränen aus ... Auch ein Bild mit einem schmelzenden Schneemann fasziniert ihn und stimmt ihn gleichzeitig traurig. Michael scheint eine eindrückliche Fähigkeit zu haben, das Absolute des Pluto in Bildern zu erkennen und nachzufühlen. |
Ich verzichte absichtlich auf eine "negative" Deutung von Pluto und
Neptun im Kinderhoroskop. Ein Aspekt zwischen Pluto und Mond legt
ein Bild einer "verschlingenden" Mutter nahe. Das Kind erlebt seine
Mutter als emotional bedrohlich. Doch was nützt es, dies einer
Mutter, die Rat beim Astrologen sucht, zu erzählen. Die Mutter
bekommt Schuldgefühle. Das Kind wird sie deswegen nicht anders
erleben. Wenn sich Astrologe/Astrologin und Eltern darüber Gedanken
machen, wie das Kind seinen tiefen Gefühlen Ausdruck zu verleihen
versucht (wie Michael mit seinem Lied des kranken Häschens) und wie
man es darin unterstützen kann, verhelfen sie ihm zu einem
konstruktiven Umgang mit Pluto.
Eine Deutung wie die vorgängige von Michael mag auf den ersten Blick
oberflächlich erscheinen. Doch sind es die kleinen Dinge im Alltag
eines Kindes, mit denen Eltern ihr Kind fördern können. Indem wir
als Astrologen und Astrologinnen auf diese eingehen, können wir
einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder so aufwachsen können, wie es
ihrem Naturell entspricht.
© Meridian / Anita Cortesi