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Transitmerkur rückläufig

Merkur retrograd, Drama in mehreren Akten. Hauptfigur: Eine Waschmaschine.



Datum/Zeitraum: Februar/März 2000

Ereignis:

Nach nur 10 Monaten ihres Einsatzes für die Sauberkeit meiner Wäsche verweigerte mir meine neue Waschmaschine noch während der Garantiezeit eines Morgens Ende Januar 2000 den Dienst. Merkur, in den Fischen plaziert, war zu dieser Zeit noch direktional, ein Phänomen, welches mir früher schon mehrfach aufgefallen war. Es bedeutet, daß die für die retrograde Phase des Planeten typischen Erscheinungen regelmäßig schon ca. 2 3 Wochen vor dem Rückläufigwerden Merkurs aufgetreten waren bzw. damit in Zusammenhang stehende Konfusionen und Verwicklungen ihren Anfang nahmen.

Anfang Februar erschien ein Monteur des Technischen Kundendienstes, ermittelte eine Elektronik-Platine als defekt, für die ein Ersatzteil erst bestellt werden müsse, wie er mir sagte, was etwa eine Woche dauern würde. Am 9.2. wurde diese Platte durch den gleichen Monteur eingebaut, die Maschine lief jedoch nicht. Die Suche nach weiteren Schäden ergab, daß ein zweites Elektronik-Teil ebenfalls seinen Geist aufgegeben hatte und ausgewechselt werden müsse, wie der Fachmann feststellte. Dieses neue Ersatzteil würde erst am 21. Februar verfügbar sein, wie ich mit großem Mißfallen vernahm (an diesem Tag wurde Merkur definitiv retrograd); die Bestellung einer komplett neuen Maschine, eines Austauschgeräts also, benötige ebensoviel Zeit. Vom Tatbestand "geplättet", ließ ich zunächst die Dinge einfach laufen, entschloß mich jedoch nach Beratungen mit Fachleuten dann doch für das Auswechseln der ganzen Maschine. Der Anruf beim Technischen Kundendienst (im folgenden zur Vereinfachung als TKD bezeichnet) ergab, daß ich auf gar keinen Fall selbständig die Lieferung dieses neuen Geräts bei der betreffenden (dörflichen) Verkaufsagentur, über welche ich die vorige Maschine bezogen hatte, veranlassen dürfe, sondern daß der Kundendienst dies tun müsse.

Einige Tage nach diesem letzten Telefonat erhielt ich per Postkarte die Information, daß der TKD am 21.2. die Reparatur meiner Waschmaschine ausführen würde. Da hatte offensichtlich die Koordination beim TKD intern nicht funktioniert. Mit einem weiteren Anruf konnte ich diese geplante Reparatur glücklicherweise stornieren.

Anschließend war Funkstille, ich hörte nichts weiter, bis mir die Sache nach 14 Tagen spanisch vorkam. Ein Nachhaken meinerseits ergab, daß sehr wohl die betreffende Dorf-Agentur das Austauschgerät bestellen müsse, daß dies nicht dem TKD obliege, wie mir irrtümlich mitgeteilt! Nun hatte man es mir aber gegeben!! Also versuchte ich, das gleiche Modell nochmals zu erhalten, jedoch leider vergeblich:

Man hatte gerade diese (meine) Maschine aus dem Katalog genommen. Dieser Tragikomödie langsam einen gewissen verbissenen Spaß abgewinnend blätterte ich daher die Seiten für die technischen Großgeräte durch und entschied mich für ein Modell, welches mir (gegen den Aufpreis von DM 200.00) einige besondere Extras versprach, die mir interessant erschienen. Ich bestellte die Maschine über jene Agentur, welche mir am Abend telefonisch mitteilte, daß gerade von jenem von mir ausgewählten Wasch-Apparat nur noch eine kleine, begrenzte Anzahl vorhanden sei, wobei im Grunde alle Maschinen bereits verschiedenen Ortsagenturen zugesprochen seien. Falls jedoch noch eines dieser Geräte übrig bleibe, so würde ich bis Montag, den 28.2. per Anruf informiert. Andernfalls dauere es 3 Wochen, bis das von mir ausgesuchte Modell wieder erhältlich sei. - Da der Anruf am Montag ausblieb, richtete ich mich resigniert auf eine längere Wartezeit ein, überlegte, wie ich meine Wäsche-Vorräte "strecken" könne und absolvierte am Dienstag, den 29.2. nichtsahnend meinen wöchentlichen Sauna-Tag. Abends nach Hause zurückgekehrt erwartete mich ein roter Zettel im Briefkasten, der besagte, daß mich der Waschmaschinen-Lieferdienst leider nicht angetroffen habe, weshalb man am 7.3. nochmals versuchen würde, das Gerät auszuliefern. Da war ich dann ganz schön sauer und aufgebracht! Dann aber wunderte ich mich wiederum über den Fleiß der Transportfirma, die, für unsere Region ganz ungewohnt, am Faschingsdienstag arbeiten würde! Anfang März rief mich meine Bestell-Agentur an mit der Mitteilung, die neue Maschine würde am 8.3. geliefert. Das nicht-Übereinstimmen der Daten erforderte also, wie konnte es anders sein, wieder mal ein Telefonat, diesmal beim Regional-Auslieferungslager. Die Dame am anderen Ende der Leitung bestätigte das Lieferdatum des 8.3., Aschermittwoch, vormittags ab 7 Uhr; am Faschingsdienstag würde keine Ware ausgeliefert, ausgeschlossen!

Gespannt erwarte ich den Aschermittwoch. Und, tatsächlich, das Wunder geschieht: Ich erhalte meine neue Waschmaschine, akkurat das von mir gewünschte und bestellte Modell - nach den Wirren und Umwegen der vergangenen 6 Wochen kann ich es kaum fassen!

Astrologiekundige Freunde trösteten mich während der Interimszeit, indem sie mir zu bedenken gaben, daß eine während Merkurs retrograder Phase gelieferte Maschine wahrscheinlich störanfällig sei, daß ich mir also gar nicht so sehr ein schnelles Eintreffen des Ersatzgeräts wünschen solle (wobei eine solche einsichtige Haltung den Berg schmutziger Wäsche freilich nicht verkleinerte!).

Dankbar weiß ich das Angebot mehrerer lieber Menschen zu schätzen, während der Wochen ohne Maschine bei ihnen zu waschen, was ich einigemale auch in Anspruch nahm.

Als positive Seite an der ganzen Angelegenheit möchte ich noch anmerken, daß ich nicht, wie mir ursprünglich mitgeteilt worden war, für die alte Waschmaschine den Nutzungswert von 10 % (in DM 90.00) entrichten mußte. Diese zusätzlichen Kosten wären mir nur entstanden bei einer Nutzdauer von mehr als 12 Monaten.

Anmerkung: Die Waschmaschine Iäuft heute, Ende Oktober, immer noch zu meiner großen Zufriedenheit!





Datum: 10.03.2000

Eine weitere Geschichte zum rückläufigen Merkur:

Am Tag des Retrogradwerdens von Merkur passiert folgende Kettenreaktion:

1. Ich hatte mir ein Fax-Gerät gekauft, das sich nicht gleichzeitig mit Telefon und Anrufbeantworter anschließen ließ.

Am Vortag, dem 09.03., lasse ich mich daher im T-Punkt-Laden von einer Fachkraft beraten. Ich schildere ihr genau meine individuellen Bedingungen und frage, wie ich alle 3 Apparate betreiben könne. Nachdem sie sich mit einer Kollegin ausgetauscht hat, drückt sie mir eine Umschalter-Anschlußdose zum stolzen Preis von DM 64.00 in die Hand.

2. Abends starte ich einen Anruf an die Familie meiner Tochter (bestehend aus: Vater, der gelernter Femmeldetechniker ist, derzeit erneut studierend, Mutter, und zwei Kleinkindern von 2 Jahren und 11 Wochen), die 14 km entfernt in einem Dorf lebt, mit der Bitte, mein Schwiegersohn möge kommen und mir die Sache richten. Er hat glücklicherweise gerade Semesterferien und verspricht sein Kommen mit dem zweijährigen Söhnchen für den kommenden Nachmittag.

3. Er kommt, wie versprochen, stellt jedoch sehr schnell fest, daß man mir das falsche Teil mitgegeben hat, daß ich überhaupt keinen so teuren derartigen Umschalter brauche. Die Telefondose, die in meinem Fall infrage kommt, würde nur DM 10.00 kosten.

4. Wir beschließen, in die Stadt zu fahren, um das falsche Teil in eine solche Dose umzutauschen; leider ist jedoch der Kassenzettel nicht mehr auffindbar. Die Suche danach und die Notwendigkeit, das kleine Kind mitnehmen zu müssen, verzögert den Aufbruch, so daß es mittlerweise 17.55 Uhr ist. Ich versuche, im T-Punkt-Laden anzurufen, um zu erfahren, wann geschlossen wird, finde jedoch keine Nummer im Telefonbuch. Die Auskunft teilt mir die Telefonnummer des Kundendienstes mit, der mir 18 Uhr als Schließzeit für alle T-Punkt-Läden nennt.

Damit ist für diesen Tag die Sache gelaufen. Ich bin sehr ärgerlich über die fachlich so "kompetente Beratung", die außer mir ja mehrere andere Leute mit betraf und benachteiligte, und überlege mir aufgebracht, was ich den Verkäufern am folgenden Tag erzählen würde, falls sie das verkehrte Teil wegen der fehlenden Quittung nicht umtauschen würden!

Frau, ca. 60