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Radix

Meine stärksten Elemente ( 36 % Feuer, 40 % Wasser)



Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust. Zwei, die sich gleichzeitig in Szene setzen wollen, gegensätzlich, unvereinbar und für mich nur nacheinander lebbar.

Vergleichbar einer Waage, die ins Gleichgewicht kommen möchte, trage ich diese ständige Sehnsucht nach Ausgeglichenheit in mir und muß doch jeden Pol in seiner Einseitigkeit kennenlernen, um mich danach mit dem Gegenpol auszugleichen.

Sei es Aktivität, die mich sehr rasch zum Ausgleich in die Passivität zwingt oder mein Bedürfnis, aus mir herauszugehen, um in nächsten Moment sofort wieder Rückzug zu verlangen. Manchmal sogar stark körperlich spürbar, scheint es, als würde das rechte Bein einen Schritt nach vorne wagen, während das linke bereits zum Schritt nach hinten ausholt. Löscht das Wasser das Feuer oder erhitzt das Feuer das Wasser? Es ist nicht berechenbar und es trifft doch beides zu.

Meine Entscheidungen treffe ich gerne aus dem Bauch heraus, lasse meinen Gefühlen Freiraum, weil ich irgendwie fast automatisch hinter die menschlichen Masken blicken und in die tieferliegenden Schichten der Seele eindringen kann. Damit wird es mir leichter möglich, mich unbeeindruckt von der oberflächlichen Darstellung an Menschen anzunähern.

Spontan und eher ungeduldig erledige ich meine „Alltäglichkeiten" und wäre da nicht meine extrem sensible Seele die sich von äußeren Einflüsse und Schwingungen sehr leicht überfordert fühlt und mich zum Schutz vor Fremdenergien zum Rückzug zwingt, steckte in mir doch ein kleiner Abenteurer. Ich bringe viel Mitgefühl für alles Lebende mit und spüre mich als Teil eines großen Ganzen.

Angesichts der intensiven Gefühlswelt sind mir Depressionen nicht fremd. Liege ich verzweifelt und hoffnungslos am Boden, so erwacht meine andere Seite und langsam schleicht sich wieder Kraft und Zuversicht ein. Eine wunderbare Gabe der Natur, die mir Kraft gibt, wieder nach vorne zu sehen und sich den Herausforderungen neu zu stellen. Ich fühle mich dem Leben wieder bestens gewachsen

Ich geniesse diese Höhenflüge in dem Bewusstsein, dass ich auch wieder hinüberwechsle auf die andere Seite und das Spiel von vorne beginnt. Manchmal wünschte ich, diese Schaukel zu stoppen und im Gleichgewicht zu verharren, was wohl jede Weiterentwicklung verhindern und dem Prinzip des Lebens widerspräche.

Elfriede Populorum, 17.12.1958, 5.30 Uhr in Gföhl, Österreich