Projekt
Klassensprecher, Klassenkasper, Mannschaftskapitän,
Torschützenkönig, Clown aller Orten, "Vorturner" auf allen möglichen
"Bühnen". Musiker mit Auftritten in kleinerem und größerem Rahmen.
Im Rampenlicht stand ich als Kind, Jugendlicher und junger Mann oft
und gerne. Auch während meines Musikstudiums feilte ich noch ein
bisschen an meiner "Karriere", übte vor allem solistische
Gitarrenliteratur und verschaffte mir Auftrittsmöglichkeiten, obwohl
mich diese zunehmend mehr Nerven gekostet haben. Angebote für
Ensembleaktivitäten wies ich ab. (Soweit mein südlicher Mondknoten
im 5. Haus.)
Schleichend, kaum merkbar wandelte sich die Gesinnung. Zunächst
teilte ich die Beachtung mit einem Duopartner, später im Quartett.
Heute sitze ich in einem Gitarrenorchester in der hintersten Reihe.
Mein Drang nach Beachtung und individuellem Erfolg hat sich sehr
vermindert. Die eingangs erwähnten Vorturnereien sind Vergangenheit.
Stattdessen liebe ich es mich einzuordnen wie zum Beispiel, mein
Können dem Orchester zu widmen. Und nicht nur das ! Ich engagiere
mich für dieses Orchester in organisatorischen Bereichen, versuche
die Toleranz unter den Mitgliedern zu fördern, genieße die
gruppen-dynamischen Prozesse und bin davon begeistert, an einer sehr
wertvollen Sache Teil zu haben bzw. Teil zu geben. (Nördlicher
Mondknoten im 11. Haus.)
Wenn es Not tut, macht es mir nichts aus, den Dirigenten mal zu
vertreten. Denn die Fähigkeiten, die ich mir bei meinem Bestreben,
individuellen Erfolg zu haben, erwarb, sind mir immer noch
zugänglich.
Interessant ist noch folgendes: Meine 3 Schwestern haben auch den
Mondknoten im 11. Haus und einen vergleichbaren Werdegang. Oft
hatten wir in früheren Jahren das Thema, dass unsere Eltern uns zwar
gefördert haben aber nie "Fans" von uns waren. Gerne und hilfsbereit
haben sie uns zum Beispiel zu unseren Konzertterminen gefahren,
hörten auch zu, haben uns jedoch niemals "auf die Schulter
geklopft". Eher haben sie uns erzählt, was andere Leute tolles
leisten. Dieses Verhalten hat uns teilweise verletzt und auch
gekränkt.
Heute ist mir klar, warum wir vier Geschwister uns diese Eltern
"ausgesucht" haben. Es war zwar schmerzlich aber sinnvoll, wie sie
uns von Anfang an unsere Entwicklungsaufgabe näher gebracht haben.
Letzteres ist eine Erkenntnis, die ich der Astrologie verdanke, ein
Beispiel für die Toleranzbildung durch Horoskopdeutung. Dafür bin
ich dankbar.
Martin