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Mond Trigon Uranus und Venus Konjunktion Uranus



Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Mädchen aus meiner Schulzeit, die immer im selben Bus saß wie ich, meistens in einer der letzten Reihen. Diese Mädchen besuchte damals eine als ziemlich streng und freudlos verrufene Hauswirtschaftsschule in unmittelbarer Nähe meines Gymnasiums, denn genau zwei Ausstiegsstellen vor meiner Haltestelle, verließ das Mädchen den Bus. Verfolgt von meinen neugierigen Blicken. Aber solche Blicke dürfte das Mädchen gewohnt gewesen sein, denn es war eine sehr auffällige Erscheinung. Das Mädchen hatte ein perfektes Puppengesicht. Und wie um diesen Eindruck zu verstärken, hatte sie ihr Gesicht ganz hell gepudert. Dazu hatte sie ihren winzigen Kussmund kirschrot geschminkt und dieses Bild vom roten Mund im hellen ebenmäßigen Mondgesicht war von einer solchen Zartheit, dass mir schleierhaft war, wieso nicht ganze Trauben von Verehrern hinter dieser wunderschönen Geisha her waren. Dazu trug „meine Geisha“ keine Schultasche wie wir normalsterblichen Schüler, sondern stets einen Korb. Der Inhalt war mit einem Seidentuch abgedeckt und erinnerte mich wahrscheinlich entfernt an das Märchen vom Rotkäppchen. Manchmal trug die geheimnisvolle Fremde nämlich ein schwarzes Käppchen schräg auf ihrem Kopf, so wie man das von Franzosen aus Filmen kannte. Darunter kam eine herrlich freche Frisur zum Vorschein, aus ziemlich kurz geschnittenen Haaren, die in alle Himmelsrichtungen abstanden und mit Gel so kunstvoll fixiert waren, dass sich kein Härchen regte. Und ihre Fingernägel waren mehrfarbig lackiert. Mehrfarbig. Das schien mir so aufregend und provozierend wie sonst nichts auf Welt. Genau zwei Stationen vor meiner Ausstiegsstelle hat dieses Mädchen den Bus verlassen und während all der Jahre habe ich sie nie ein Wort sprechen hören. Aber ich habe dieses Mädchen jahrelang aus der Ferne bewundert. Ihr Äußeres war so anders wie alles andere, das ich bisher gesehen habe. So eigenwillig und fremdartig und gleichzeitig so gepflegt. Für ein Mädchen wie mich, das mit zwei Brüdern aufgewachsen war und sich meistens so benahm, als wäre es selber ein Junge, war das ein wunderbar schillerndes und schier unerreichbares - !!! - Vorbild an Weiblichkeit.

Ein paar Jahre später musste ich dann die Schule wechseln und da packte ich die Gelegenheit am Schopf und schrieb mich allen düsteren Prophezeiungen zum Trotz in die Hauswirtschaftsschule meiner Geisha ein. Eine Schule, die so interessante Menschen hervorbringt, musste einfach besser sein als ihr Ruf! Und vielleicht würde dort aus der grauen Maus, als die ich mich selber empfand, doch noch eine Geisha werden ? Nach drei Wochen Hauswirtschaftsschule hatte ich das Experiment als gescheitert zu betrachten. Das bunte Mädchen habe ich niemals wieder gesehen.

Aber es stimmt wohl: unkonventionelle Menschen ziehen mich an. Ob ich mich in ungewohnten Situationen wohl fühle, kann ich nicht sagen, aber jedenfalls fürchte ich mich nicht vor Abenteuern. Viel mehr Angst habe ich vor dem Alltag und dem Verschleiß und der Abnutzung des „Abenteuer Leben“ durch tagein tagaus dieselbe Routine....