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Astrologie lebensnah
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Ich verspürte schon immer in mir den Drang für andere Menschen da zu
sein, sie zu unterstützen und wo es nur geht zu helfen. Doch das ist
nicht immer so einfach, wie ich schon das eine
oder andere Mal feststellen musste. Dieses Bedürfnis meiner Umwelt
zu helfen, nährt sich auch von dem Gefühl, dadurch selbst ein Stück
weit „heil“ zu werden. Ich würde fast alles geben, um einem Menschen
in der Not zu helfen – dabei vergesse ich mich und meine Bedürfnisse
aber manchmal selbst. Die Hilfsbereitschaft für den anderen steht
hier dann an erster Stelle. Nicht selten macht sich dann ein Gefühl
des „Ausgenutzt werdens“ breit, das eine gewisse Leere im Inneren
verbreitet.
In meiner letzten Arbeitsstelle durfte ich oft Teilnehmende der
Wirkung dieser Konstellation werden. Ich hatte wirklich nette
Arbeitskollegen und mit jedem einzelnen von ihnen verstand ich mich.
Nicht selten erlebte ich es aber, dass weitaus ältere Kolleginnen zu
mir kamen und mir ihre Probleme schilderten, ohne dass ich sie
bewusst dazu aufgefordert hätte. Doch meine Umwelt wusste, dass ich
immer ein offenes Ohr habe und gerne zuhöre. Und so machte es mir
auch nichts aus, dass eines nachmittags, damals arbeitete ich noch
Teilzeit, eine Kollegin zu mir kam und sagte:
„Du machst ja jetzt, diese Astrologie – Ausbildung…Könntest du mir
nicht auch mal so ein Horoskop erstellen – ich gebe Dir natürlich
auch alle Daten. Das würde mich wirklich sehr interessieren, vor
allem weil ich ja momentan so viele Probleme habe.“ Ich konnte
natürlich nicht „Nein“ sagen, denn schließlich war die Kollegin eine
ganz liebe und ich wollte ihr helfen. Es dauerte ein paar Wochen bis
ich das Geburtshoroskop der Kollegin fertig gestellt hatte.
Schließlich brachte ich es der Kollegin, gebunden und fein
säuberlich ausgearbeitet in die Arbeit mit. Sie las es sich durch
und am nächsten Tag kam sie zu mir und meinte: „Ja, das sind alles
Dinge, die ich schon gewusst habe. Es ist nicht wirklich etwas Neues
dabei“. Ich war zutiefst enttäuscht und auch verletzt, denn mit so
einer Rückmeldung hatte ich nicht gerechnet. Für mich war dieses
Horoskop wirklich ein Stückchen harte Arbeit, weil es eines der
ersten Horoskope war, die ich überhaupt erstellte. Einerseits
enttäuscht, andererseits froh endlich das wahre Gesicht dieser
Kollegin zu kennen, beschloss ich für mich selbst, in Zukunft mehr
Acht darauf zu geben, wem ich welche Informationen weitergebe bzw.
auch auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören und mich nicht zu sehr
vom Wunsch anderen zu helfen in einen Sog
ziehen zu lassen.
Martina, 27