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Radix

Mond in Quadrat zu Neptun ( genauer Aspekt, Orbis 0°25’)



Ich verspürte schon immer in mir den Drang für andere Menschen da zu sein, sie zu unterstützen und wo es nur geht zu helfen. Doch das ist nicht immer so einfach, wie ich schon das eine oder andere Mal feststellen musste. Dieses Bedürfnis meiner Umwelt zu helfen, nährt sich auch von dem Gefühl, dadurch selbst ein Stück weit „heil“ zu werden. Ich würde fast alles geben, um einem Menschen in der Not zu helfen – dabei vergesse ich mich und meine Bedürfnisse aber manchmal selbst. Die Hilfsbereitschaft für den anderen steht hier dann an erster Stelle. Nicht selten macht sich dann ein Gefühl des „Ausgenutzt werdens“ breit, das eine gewisse Leere im Inneren verbreitet.


In meiner letzten Arbeitsstelle durfte ich oft Teilnehmende der Wirkung dieser Konstellation werden. Ich hatte wirklich nette Arbeitskollegen und mit jedem einzelnen von ihnen verstand ich mich. Nicht selten erlebte ich es aber, dass weitaus ältere Kolleginnen zu mir kamen und mir ihre Probleme schilderten, ohne dass ich sie bewusst dazu aufgefordert hätte. Doch meine Umwelt wusste, dass ich immer ein offenes Ohr habe und gerne zuhöre. Und so machte es mir auch nichts aus, dass eines nachmittags, damals arbeitete ich noch Teilzeit, eine Kollegin zu mir kam und sagte:
„Du machst ja jetzt, diese Astrologie – Ausbildung…Könntest du mir nicht auch mal so ein Horoskop erstellen – ich gebe Dir natürlich auch alle Daten. Das würde mich wirklich sehr interessieren, vor allem weil ich ja momentan so viele Probleme habe.“ Ich konnte natürlich nicht „Nein“ sagen, denn schließlich war die Kollegin eine ganz liebe und ich wollte ihr helfen. Es dauerte ein paar Wochen bis ich das Geburtshoroskop der Kollegin fertig gestellt hatte. Schließlich brachte ich es der Kollegin, gebunden und fein säuberlich ausgearbeitet in die Arbeit mit. Sie las es sich durch und am nächsten Tag kam sie zu mir und meinte: „Ja, das sind alles Dinge, die ich schon gewusst habe. Es ist nicht wirklich etwas Neues dabei“. Ich war zutiefst enttäuscht und auch verletzt, denn mit so einer Rückmeldung hatte ich nicht gerechnet. Für mich war dieses Horoskop wirklich ein Stückchen harte Arbeit, weil es eines der ersten Horoskope war, die ich überhaupt erstellte. Einerseits enttäuscht, andererseits froh endlich das wahre Gesicht dieser Kollegin zu kennen, beschloss ich für mich selbst, in Zukunft mehr Acht darauf zu geben, wem ich welche Informationen weitergebe bzw. auch auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören und mich nicht zu sehr vom Wunsch anderen zu helfen in einen Sog ziehen zu lassen.

Martina, 27