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Astrologie lebensnah
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Eigentlich lautete der Titel meines Textes aus
dem Jahr 2000 „Ein Pluto-Transit treibt wilde Blüten“, aber das
Wilde ist dann irgendwie, irgendwo auf der Strecke geblieben.
Manch ein Leser hat sich wohl gefragt, wie diese Geschichte
weitergegangen ist. Was ist aus dieser Frau mit ihrem Kinderwunsch
(?) geworden?
Der Wunsch wurde mit dem Weiterwandern von Pluto immer weniger
wichtig… Am Ende fand ich mich in einer neuen Beziehung wieder,
dieses Mal nicht mit einem Italiener, sondern mit einem Schweizer,
mit deutschen und österreichischen Wurzeln. Mit diesem Mann fand
ich, was ich nicht zu suchen gewagt hätte: Einen Astrologen! Zuvor
war ich immer der Meinung gewesen, man könne mit einem Astrologen
niemals glücklich werden, weil der männliche Astrologe doch immer
alles besser weiss! Mein Mann kennt sich in der Himmelsmechanik
tatsächlich viel besser aus als ich. Das stört mich keineswegs und –
das ist das Erstaunliche: er hält mich deshalb noch lange nicht für
dumm!
Wir kannten uns seit ein paar Jahren, sind uns aber eher selten und
jeweils nur per Zufall über den Weg gelaufen (auf astrologischen
Veranstaltungen). Bei unseren Begegnungen hat mir Dieter immer
wieder zu verstehen gegeben, dass er auf mich steht. Ich fand das
eher lästig… bis ich eines Tages Gefühle für ihn entwickelte.
So begann eine Beziehung, wie ich sie noch nie vorher hatte. Wir
sahen uns nur alle 14 Tage am Wochenende, mal in München, mal in
Zürich. So blieb jedem von uns Zeit für andere Menschen und andere
Aktivitäten. Wir sprachen über das Thema „Kind“ und waren uns
schnell einig, dass wir das gar nicht brauchten, weil das Leben mit
der Astrologie sowieso immer spannend ist.
Es kam, wie es kommen musste. Der liebe Gott war mit unseren Plänen
nicht ganz einverstanden und sorgte dafür, dass ich zu einer
„Unzeit“ schwanger wurde. Mir wurde schlagartig klar, dass das jetzt
der richtige Moment und der richtige Mann ist.
Das war 2003. Wir haben noch im selben Jahr geheiratet und Sophia
wurde im Januar 2004 geboren. Sie hat einen Skorpion-Mond. An dieser
Stelle muss ich, kann ich – endlich! – zugeben, dass der Text zum
Skorpion-Mond nicht nur aus meiner eigenen Feder stammte. Das war
damals nämlich das einzige Zeichen, zu dem mir zuerst überhaupt
nichts einfiel und so diktierte mir Friedrich Meier von der
Astro-Zeitschrift mercur, in der mein Text zum ersten Mal erschien,
die Zeilen: „Wir würden nicht aufhören, uns gegenseitig die
seelischen Abgründe zu spiegeln, um uns gegenseitig zu reinigen, zu
wandeln, zu heilen.“ Und „Würden wir jemals wieder voneinander
loskommen?“
Inzwischen habe ich natürlich hautnah erfahren, wovon hier die Rede
ist. Sophia liefert genau das, was mir noch fehlte. Sie hat Pluto am
Aszendent, im Trigon zum Mars in Widder am IC. Ich lerne mich
selbst, als Skorpion-Mutter, von einer ganz neuen Seite kennen. Ich
kann fürchterlich wild und wütend werden, weil ich mir gegenüber so
viel kindlicher Macht manchmal einfach nicht mehr anders zu helfen
weiss. Natürlich spürt Sophia, wenn ich „nur“ Theater spiele. Sie
wünscht, dass ich damit aufhöre. Aber ich kann dann zwischen meinem
Drama und der Realität kaum mehr unterscheiden! Es ist ja
tatsächlich alles so dramatisch!
Text von Silvia Benz, April 2010