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Astrologie lebensnah
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Ich war ungefähr sechs Jahre alt. Zu dieser Zeit spielte ich oft mit
drei Geschwistern, die im selben Wohnblock wohnten. Einmal, als ich
bei ihnen zu Hause war und meine Mutter mich zum Nachtessen rief,
spielte ich ohne böse Absicht einfach weiter. Die Mutter der drei
Kinder stellte mir auch einen Teller hin, und ich ass dort. Später
kam mein Vater und holte mich an den Ohren heim. Ich wurde gefragt,
ob ich etwas gegessen hätte, und sagte nein. Dann wurde ich ins Bett
geschickt.
Einige Tage später war Klausabend. Vor der Haustüre lagen zwei Säcke
mit Nüssen und Schokolade für meinen Bruder und meinen Vater und für
mich eine Rute und ein Brief, in dem stand, dass man nicht lügen
dürfe. Das war schlimm für mich. Ich fühlte mich missverstanden und
ausgestossen und empfand diese Strafe als übermässig hart für ein
Vergehen, das ich nicht einmal bewusst als Lüge begangen hatte. Ich
zog Konsequenzen daraus, die noch heute mein Verhalten beeinflussen.
Ich log (und lüge) nur noch, wenn es die Sache wert war. Dann aber
überlegte ich sehr genau, was ich sagte. Man hat mich nie wieder
beim Lügen erwischt.
Anita, 1.10.55 17 45 Uhr in Zürich