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Astrologie lebensnah
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Als ich mich ein Jahr lang intensiv mit Transiten beschäftigt hatte,
glaubte ich, die Zukunft fest im Griff zu haben. Es war November,
eine dunkle Zeit im düsteren Berlin lange vor der Zeit der
Maueröffnung. Meine Freundin hatte mich gerade verlassen und es war
einfach nichts neues in Sicht - oder? Ach ja, natürlich: In ein paar
Wochen würde die Sonne über meine Venus-Jupiter-Konjunktion gehen,
und regelt sich sicher alles ganz automatisch, halt asto-logisch.
Ich behielt die Ephemeriden fest im Auge, zählte täglich die Tage
bis hin zum ersehnten Transit. Der dunkle November hatte sich
inzwischen in einen rabenschwarzen
Dezember verwandelt. Mir ging es zwar alles in allem ziemlich
schlecht, doch das würde sich ja sicherlich fügen. Einige Freunde
wußten von meiner 'froher Erwartung' - die einen hielten sie für
ebenso spinnerig wie auch sonst meinen ganzen Sternenglauben. Andere
beobachteten voller Erstaunen und auch mit ein wenig Bewunderung,
wie radikal und überzeugt ich mich auf die astrologischen Prognosen
einließ.
Nun, eines Tages schaute ich unglücklicher Single wieder mal in die
Ephemeriden. Au weia: Den besagten Transit hatte ich verschlafen,
und es war nichts passiert - nichts, wirklich überhaupt nichts? Na
ja, doch, hm, wie peinlich... Vor einer Woche, exakt bei Sonne
transit Venus und Jupiter radix hatte ich aus lauter Frust mehr als
ein halbes Kilo Weingummi der billigsten Sorte verschlungen und mich
hinterher noch gefrusteter gefühlt, aufgequollen und fett.
OK, das wars dann also: Die süße Lust (Venus) in rauhen Mengen
(Jupiter), pünktlich zur Stelle, exakt in der astrologischen
Analogiekette, doch auf grausam niedrigem Niveau. Das war damals
eine sehr harte Lektion, sowohl für die astrologische Beratung als
auch für den eigenen Umgang mit zeitlichen Auslösungen.
Jürgen, 26..8.1957 um 9.56 in Berlin-Weddig, topozentrisches
Häusersystem