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Transit-Neptun in Kon zu Sonne und Mars, Radix-Neptun im 4. Haus



Als der transitierende Neptun im Februar 1992 im Alter von 45 Jahren zum ersten Mal den Orbis von 1 Grad Abstand zur Sonne unterschritt, hatte ich gerade eine zweijährige Seminarausbildung in psychologischer Astrologie bei Hermann Meyer - Astropsychologisches Institut München - beendet. Schon während des ganzen vorangegangenen Jahres spürte ich allmählich die ersten, für neptunische Einflüsse typischen Anzeichen:

Gemäss der Eigenschaften Neptuns, Lebensinhalte allmählich wegzurücken, gewahrte ich, wie die Beziehung zu meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit - Vermessungsangestellter in einem öffentlichen Amt - mehr und mehr dahinschwand.

Während mein berufliches Engagement immer mehr versandete, wuchs in mir gleichzeitig das Gefühl, den alltäglichen, mir sonst vertrauten beruflichen Anforderungen psychisch nicht mehr gewachsen zu sein, in beunruhigender Weise an. Immer öfter sass ich untätig am meinem Schreibtisch und tagträumte vor mich hin. Entweder ich fühlte mich nicht in der Lage, die anfallende Arbeit zu bewältigen, oder ich ertappte mich bei Fehlern, die mir früher kaum unterlaufen wären. Zu anderen Zeiten täuschte ich Geschäftigkeit vor, ohne wirklich etwas vom Tisch zu bringen. Angst, Unruhe und Verwirrung machten sich breit. Zu meiner Desorientiertheit und Vergesslichkeit in fast allen dienstlichen Belangen befiel mich ein Gefühl von Unzugehörigkeit und Isoliertheit innerhalb des beruflichen Umfeldes. Die für mich immer schon leicht beklemmende Atmosphäre in den Diensträumen wurde allmählich unerträglich.

Die alltäglichen Geräusche wie Schritte, Türenschlagen, die dezenten Stimmen der Vorgesetzten und sogar die typischen Geräusche von Stöckelschuhen versetzten mich in einen Zustand von Angst und Unruhe. Ich fing an, den Kollegen und Vorgesetzten soweit als möglich aus dem Wege zu gehen, um möglichst wenig bemerkt zu werden und um auch nicht nach dem Stand meiner Arbeit gefragt zu werden.

Meinen Vorgesetzten entging natürlich mein verändertes Verhalten nicht. Andere beschwerten sich über mich, und ich wurde wegen meiner Arbeitsweise und allzu häufigen Fehlern zur Rede gestellt.

Schliesslich meldete ich mich einfach für mehrere Wochen unter einem triftigen Vorwand krank, um - entsprechend der neptunischen Fluchttendenzen - der Arbeitsrealität zu entfliehen. Doch all die psychischen Symptome änderten sich dadurch nur wenig und stellten sich prompt wieder ein, sobald ich wieder am Arbeitsplatz erschien. Im Gegenteil, hinzu kamen Schuldgefühle und Angst vor weiteren Repressalien. Man drohte mir gehaltliche Abstufung an, falls sich mein Verhalten nicht in absehbarer Zeit ändern würde.

Auch physisch ging es mir während dieser Zeit nicht gut. Meine sportlichen Aktivitäten hatten bereits seit einem Jahr deutlich nachgelassen und alle guten Vorsätze, daran etwas zu ändern, verliefen im Sande. Ständige Müdigkeit, häufiger Nachtschweiß und Kreislaufschwäche waren meine Begleiter.

Im Laufe des Sommers 1992, als Neptun rückläufig aus dem Transit-Orbis von 1 Grad zur Sonne heraustrat, änderte sich die Situation kaum.

Zur gleichen Zeit jedoch begann ich auf dem Gebiet der Astrologie sehr aktiv zu werden. Ich hielt, zusammen mit einem Freund, in einem kleinen Rahmen Informations- und Vortragsabende im CVJM in meinem Wohnort in Siegburg. Alleine traute ich mich nicht, die Sache anzugehen und durchzuführen - eine typische neptunische Eigenschaft, sich anzulehnen und mitzuschwimmen.

Ich lernte aber auch einige neue Menschen kennen, die mit mir zusammenarbeiten wollten, vor allem auf dem Gebiet der Computer-Astrologie. Alle hochfliegende Pläne verloren sich jedoch im Laufe der Zeit wieder im Sande. Ständig auf der Suche nach Anlehnung und Hilfestellung durch eine stärkere Vaterfigur für meine Ideen und Pläne, die mir letztlich aus meiner unbefriedigenden beruflichen Situation heraushelfen sollten, verlor ich mich immer mehr.

Ich führte im Laufe des Jahres aber auch mehrere Horoskop-Besprechungen gegen Honorar durch, um mein während der Ausbildung gewonnenes Wissen anzuwenden und bestätigt zu finden. Die Horoskop-Analysen und dessen Besprechungen mit einer Menge Klienten und alle anderen Aktivitäten vermittelten mir in jenen Wochen und Monaten halbwegs das Selbstgefühl und die Sicherheit, die mir im beruflichen Alltag weitgehend abhanden gekommen waren.



Auch mein Traumleben wurde intensiver und lebendiger. Einige Träume, die ich hier kurz beschreiben möchte, erhellten mir meine Situation sehr deutlich.

Erster Traum:

Ich stehe auf dem Balkon meiner Hochparterre-Wohnung, von dem aus ich tagsüber ein etwa 1.5 Quadratkilometer grosses Landschaftsschutzgebiet, bestehend aus Pferdekoppeln und Feldern, überblicken kann. Ich sehe jedoch nichts als eine endlose Wasserfläche unter einem grauen wolkenbehangenen Himmel. Das Wasser reicht bis an die Oberkante meines grossen Pflanzentroges aus Beton, der meine Balkonfläche nach vorn hin abschließt, dringt aber nicht ein. Ich denke, dass sich eine Deutung in bezug auf Neptuneinflüsse erübrigen dürfte.

Zweiter Traum:

Dieser Traum war schon dramatischer und beängstigender. Ich sah mich über die Flachdächer einer Reihe von Wohnhochhäusern klettern, von Haus zu Haus, und drohte abzustürzen, indessen tief unter mir der Grosstadtbetrieb herrschte. Weiter entfernt erschien ein Berg mit einer Burg oder einem Schloss - da wollte ich irgendwie hin. Während ich mich abmühte, verwandelten sich die Häuserfronten in steil abfallende Felswände, gleich einem Gebirgsgrat, wobei ich mich an einer Steilwand quer zur Fallinie vorwärtskämpfte. Ich hielt mich an irgendwelchen herausragenden Sträuchern fest, um nicht abzustürzen. Schließlich tat ich einfach ein paar Schritte vom Abgrund weg und befand mich augenblicklich in einer völlig anderen Umgebung, bestehend aus Feldern, Wald, Wiesen und einfachen alten Landhäusern, vom Grosstadtgetriebe war augenblicklich nichts mehr zu bemerken. Alles strahlte Geborgenheit und Wärme aus. Ich fühlte mich erleichtert, geradezu erlöst und konnte mich sicher und völlig ungehindert vorwärtsbewegen, fragte mich aber auch, warum ich diesen Schritt nicht gleich getan hatte.

Ich besprach diesen Traum einige Zeit später in einem meiner Gesprächskreise. Die Aufforderung zum Loslassen, zum Rückzug aus Leistung und Anerkennung, zum Nicht-mehr-kämpfen-wollen wurde mir dann erst richtig bewusst.

Ich fand jedoch nicht den Mut, meine derzeitige Situation entscheidend zu ändern, wie etwa meine berufliche Stellung einfach zu kündigen und alles dem Schicksal zu überlassen. Existenzängste machten sich breit, ich wollte alles halten, festhalten aus Angst vor Niedergang, materiellem und gesellschaftlichem Desaster.

Die Horoskop-Besprechungen und der Verkauf von Computer-Analysen brachten mir bei weitem nicht den erhofften finanziellen Zugewinn, und schliesslich suchte ich im Herbst 1992 nach einer weiteren Möglichkeit, mich langfristig von meinem Brotberuf abzunabeln.



Ich versuchte mein Glück auf dem Immobiliensektor und schloss im Oktober 1992 einen Kaufvertrag zum 31.12.1992 über den Erwerb eines gut verpachteten Ladenlokals zu einem äußerst günstigen Preis ab, übersah dabei aber wichtige Einzelheiten.

Die Pächterin versicherte mir vor Abschluss des Kaufvertrages gute Umsätze, erklärte mir aber schon kurz danach, als der transitierende Neptun zum zweiten Transit über meine Radix-Sonne und meinen Radix-Mars ansetzte, dass sie zum 1. Februar 1993 aus dem bestehenden Pachtvertrag aussteigen wollte. Gemäss Pachtvertrag bemühte sie sich über ein Maklerbüro, einen Nachfolger zu finden, und versicherte mir, dies sei doch "überhaupt kein Problem".

Ich ahnte nichts Gutes, und die Interessenten sagten reihenweise ab, da das Ladenlokal, das derzeit als Kiosk betrieben wurde, in einer wenig vornehmen Gegend lag und vor allem wegen der dort betriebenen Spielautomaten viel unruhestiftende jugendliche Kundschaft anzog.

Die Hausverwaltung setzte mich gleich zu Anfang des Jahres 1993 nach erfolgtem Besitzübergang unter Druck und verlangte von mir, der Pächterin wegen des in der Wohngegend unliebsamen, meist jugendlichen Publikums zu kündigen und keinen weiteren Kioskbetrieb mehr zuzulassen. Schliesslich stellte sich heraus, dass die Pächterin völlig pleite war, nachdem ihre Umsätze bereits seit einem halben Jahr kontinuierlich zurückgegangen waren. Den monatlichen Pachtbetrag über 1320.- DM einschliesslich aller Nebenkosten erhielt ich mit zweiwöchiger Verspätung in bar ausgezahlt; das Geld hatte sie sich geborgt.

Schliesslich klagte ich, am Ende erfolglos, wegen heimtückischer Täuschung gegen den Voreigentümer, da dieser mir laufende Gerichtsverfahren seitens der Hausverwaltung wegen Überziehung der Ladenschlusszeiten verschwiegen hatte.

Auch alle Bemühungen, einen Geschäftsnachfolger zu finden, scheiterten. Ein Freund, der sich ernsthaft zu interessieren schien, zog sich ganz plötzlich wieder zurück, so dass ich schliesslich das Ladenlokal an einen jungen, in Geschäftsdingen unbedarften Jugoslawen abgab, der der Pächterin über längere Zeit im Laden geholfen hatte.

Er übernahm alles und zahlte auch den ersten Pachtbetrag bar direkt bei der Ladenübernahme, den zweiten jedoch erst 4 Wochen später. Schliesslich stellte sich heraus, dass der junge Mann sich völlig verkalkuliert hatte und seine Bank sich weigerte, den monatlichen Pachtbetrag an mich zu überweisen.

Auch der Kautionsbetrag von 3 Kaltmieten erschien trotz wiederholter Anmahnungen nicht auf meinem Konto. Ich erfuhr, dass der Laden tagelang geschlossen war, erreichte aber niemanden.

Die Unsicherheiten und Unklarheiten setzten sich fort. Das Ladenlokal blieb wochenlang geschlossen, es wurde nicht gezahlt, und schließlich eröffnete mir der junge Mann, dass er das Geschäft nicht mehr halten könne und bereits Waren und Ladeneinrichtung an zwei marokkanische Familien verkauft habe, die marokkanische Spezialitäten verkaufen wollten.

Am 1. Mai übernahmen die beiden marokkanischen Familien das Geschäft, mussten aber erst eine Nutzungsgenehmigung für den Verkauf von Lebensmitteln beim Gewerbeaufsichtsamt einreichen, die erst 3.5 Monate später erteilt wurde.

Chaos und Unsicherheiten wollten kein Ende nehmen, obwohl ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine nennenswerten Verluste zu beklagen hatte.

Mein Anwalt, der wegen arglistiger Täuschung gegen den Voreigentümer klagte, um eine nachträgliche Kaufpreisminderung zu erwirken, hatte keinen Erfolg, denn der Voreigentümer stand dem Vernehmen nach selber vor dem Ruin.

Meine Rechtsschutzversicherung zahlte erst nach 4 Monaten und mehreren massiven Mahnungen seitens des Anwalts das Anwaltshonorar, da die Deckungsgrundlage unklar war.

Meine neuen Pächter zahlten pünktlich in bar, hatten aber selber über fast 4 Monate hinweg lediglich Einnahmen aus Kioskware, die nur in geringen Mengen aufgefüllt wurde. Das Gewerbeaufsichtsamt zögerte die Erteilung der Nutzungsgenehmigung für den Verkauf von Lebensmitteln und Fleisch immer weiter hinaus, obwohl fast wöchentlich Anfragen seitens meiner Pächter erfolgten.

Im Juni drohte das Ordnungsamt mit sofortiger Schliessung, da es immer wieder zu erheblichen Störungen und Unruhen durch jugendliches Publikum aus der Umgebung kam.

In einem mehrseitigen Brief vom Anwalt der Hausverwaltung wurde mein verpachtetes Ladenlokal als Ausgangspunkt diverser krimineller Handlungen beschrieben, u.a. wegen Brandstiftung in einer nahegelegen Imbisstube, öffentlicher Prügeleien und Bedrohung von Passanten und Anwohnern. Die Spielautomaten wurden einen Tag nach Androhung der Schliessung durch das Ordnungsamt ausser Betrieb gesetzt. Eine völlige Schliessung unterblieb jedoch.



All die bislang beschriebenen Ereignisse fanden unter dem Transit des Neptun über Sonne und Mars in meinem Radix und unter einer Auslösung des Neptuns im 7-Jahres-Rhythmus statt.

Die psychischen Belastungen und Unsicherheiten am Jahresbeginn, die bis in den Sommer hinein andauerten, blieben nicht ohne Folgen. Bereits im Januar bekam ich Panikattacken in Supermärkten, danach immer häufiger Strassen- und Platzangst.

Im März verschlimmerten sich die Symptome von Platzangst - Agoraphobie - und führten von Ende März bis ca. Mitte April dazu, dass ich meinen Tagesablauf nur noch mit grossem Kraftaufwand und unter Einnahme von Beruhigungsmitteln bewältigen konnte. Meinen Kaffeekonsum reduzierte ich innerhalb weniger Tage auf null.

Ich fühlte mich nicht mehr in der Lage, Strassen und Plätze zu überqueren. Die typischen Körpersymptome wie Schwindel, Herzrasen, Taubheit in Armen und Beinen und Verwirrungsgefühle setzten ein. Fast in jeder öffentlichen Situation, ob Strasse Stadtgebiet, Supermarkt, Postschalter usw. fühlte ich mich wie auf dem berühmten Brett zwischen zwei Kirchturmspitzen stehend und lief ständig wie auf unsichtbarer Watte.

Ich war kaum noch in der Lage, mich auf meine berufliche Arbeit zu konzentrieren.

Ich begann schliesslich ein Expositionstraining, indem ich Abend für Abend die nächstliegenden Strassen in meinem Wohnquartier überquerte, was mich jedesmal Überwindung kostete. Ein solcher Spaziergang dauerte jeweils etwa 15 Minuten. Trotzdem fühlte ich mich anschließend ziemlich erschöpft. Ich hatte aber keine Ruhe und ablsovierte meine abendlichen Spaziergänge um den Häuserblock mehrere Male hintereinander. Ich war zunächst nicht in der Lage, die Hauptdurchgangsstrasse in meinem Wohnort, einem Vorort von Siegburg, zu überqueren, doch allmählich ging es dann.

Diese Übungen brachten tatsächlich leichte Besserung, und gegen Ende April begann ich eine Atemtherapie bei einem Naturheilpraktiker. Mein Zustand besserte sich langsam, aber stetig bis Ende Juli.

Ich nutzte jede Gelegenheit für längere Spaziergänge, zunächst ausserhalb des Stadtgebietes, ass fast die zehnfache Menge vegetarische Gerichte und ging viel schwimmen.

Mit zunehmendem körperlichen und psychischen Wohlbefinden benutzte ich immer häufiger mein Rad auch für weite und mehrstündige Fahrten, um zusätzlich meinen Kreislauf zu stabilisieren.

Die Atemtherapie trug in starkem Masse zur Besserung bei. Im Therapiegespräch wurde mir die tiefere Ursache für meine akute Strassen- und Platzangst bewusst. Die Strasse wurde mir als ein Symbol für Beweglichkeit und Kommunikation bewusst, wovor ich Angst hatte. Meine akuten Angstsymptome auf grossen Plätzen entpuppten sich als Angst vor öffentlichem Auftreten und allgemein als Angst vor der Öffentlichkeit.

Mein Radix-Neptun, der sich in jenen Monaten von etwa Februar bis August auslöste, (7-Jahresrhythmus) herrscht über den MC und steht im 4.Haus in der Waage.

Das ständige Gefühl, wie auf Watte oder schwankendem Boden zu gehen, entsprach meinen tiefliegenden Existenzängsten - Radix-Mond und -Pluto im 2. Haus im Zeichen Löwe, dem Haus der materiellen und persönlichen Werte.

Die Atemtherapie währte über 15 Sitzungen bis Ende September, und gegen Mitte Juli hatte sich mit dem Abklingen der Neptunauslösung mein psychischer und physischer Zustand weitgehend stabilisiert.

Während der Wochen und Monate im Zustand der allmählich abklingenden Agoraphobie machte ich sehr aufschlussreiche und eigenartige Erfahrungen. Bestimmte Wohngegenden, deren Schwingungen und Atmosphäre, die Nähe von Flussufern, der Besuch eines bestimmten Schwimmbades ca. 2-mal wöchentlich und der Aufenthalt in der freien Natur wirkten sich stabilisierend auf meine Angstsyndrome aus, während wiederum andere Gegenden und bestimmte Strassen und Plätze die Symptomatik noch verschärften.

Ich nutzte diese Gegebenheiten für mein Expositionstraining und schaffte es so nach und nach, mich schließlich auch in den "kritischeren" Umgebungen und innerhalb der grösseren Städte halbwegs sicher bewegen zu können. Mitte August stabilisierte sich auch die Situation in meiner Immobilienangelegenheit. Der dritte und letzte Übergang Neptuns über Sonne und Mars verlief etwa von Ende Juli bis Anfang Dezember.

Gegen Ende August bekam ich einen grippalen Infekt, der etwa 6 Wochen lang anhielt. Gleichzeitig nahmen Schwäche und Müdigkeit wieder zu und erreichten etwa im Laufe des Oktobers, als der laufende Neptun letztmalig direkt Sonne und Mars überquerte, ihren Höhepunkt. Diesen Zustand erlebte ich vor allem tagsüber am Arbeitsplatz und war nach Feierabend meist wie weggeblasen.



Während dieser Zeit machte ich während einer Autofahrt in einer mir seit mehreren Jahren bekannten und vertrauten Umgebung im Nachbarort die Erfahrung einer völligen Desorientiertheit.

Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt die Stelle bereits mehrere hundert Male befahren hatte, wusste ich plötzlich nicht mehr, wo ich mich gerade befand, woher ich zuvor gekommen war und welcher Ort und welche Strassenzüge nun folgten.

Ich geriet jedoch nicht in Angst und Unruhe, fuhr statt dessen einfach traumwandlerisch weiter, weil ich trotz allem intuitiv wusste, dass ich mich nicht verfahren hatte. Ich fühlte mich für mehrere Minuten wie in einer völlig fremden Gegend, wusste aber gleichzeitig, dass ich völlig richtig war.

Ich fuhr etliche Kilometer in ruhiger Gewissheit ohne anzuhalten weiter, bis ich allmählich die Orientierung wieder fand. Ich überliess mich einfach meiner Gewissheit und dem Wissen, dass es weitergeht, ohne mit dem Willen eingreifen zu müssen.

Diese Situation zeigte mir deutlich das neptunische Wirken. Ich überließ mich dem Lauf der Dinge.



Mit Auslaufen des Neptun-Transites im frühen Winter nahmen meine physischen Kräfte von Woche zu Woche zu. Meine immer noch leicht ausgeprägte Platz- und Strassenangst verschwand allmählich ganz.

Meine Pächter erklärten mit jedoch, dass sie den auf ein Jahr befristeten Pachtvertrag nicht weiter verlängern wollten, weil die Geschäfte immer mehr zurückgingen und die Konkurrenz zu stark sei. Ich konnte das Ladenlokal im Juli 1994 mit Gewinn an den Makler, der es mir vermittelt hatte, verkaufen.

Anschliessend trug ich die Rest-Hypothek auf meiner Eigentumswohnung ab und war ab 1995 in der Lage, meine wöchentliche Arbeitszeit auf die Hälfte zu reduzieren.

Soviel zu meinem Neptuntransit in den Jahren 1992-1993. Mir wurde bewusst, dass ich mich nie mit meiner beruflichen Situation hatte identifiziern können und ich letztlich wegen des damit verbundenen Status und Prestige höhere Positionen und Titel angestrebt hatte.

Meine Ideale und Wertvorstellungen hatten sich gewandelt. Der laufende Pluto transitierte etwa gleichzeitig über meinen Radix-Jupiter im Quadrat zum Radix-Mond und löste mein Mond-Jupiter-Quadrat aus. Mein Hang, mich zu übernehmen und ehrgeizige Ziele, die meinem Wesen nicht entsprachen, anzustreben, um nach aussen eine gute Figur zu machen, wurde mir vor Augen geführt.

Ein Sinneswandel hatte stattgefunden, und mein ganzes Verhältnis zu Karriere, materieller Sicherheit und Lebensqualität hatte sich gründlich gewandelt.

Über meinen Neptun-Transit wurde mir auch bewusst, dass Ängste und Unsicherheiten auch als "Illusionen" mit umgekehrtem Vorzeichen in Erscheinung treten können, ebenso wie Illusionen und realitätsferne Träume. Der Traum vom leichten Geld entpuppte sich schnell, zumindest was die Immoboliengeschichte anging, als Alptraum, wandte sich aber schlussendlich zum Guten. In den Jahren danach verliefen meine Immobiliengeschäfte - allerdings mit Mietwohnungen - erfolgreicher und weitaus ruhiger.

Winfried, 9.1.1947 17.03 Münster / Westf.

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