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Astrologie lebensnah
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Saturn (stationär) - Transit in Opposition zu Radix-Mond im 4. Haus
meines Sohnes Florian und im Quadrat zu meiner MC / IC - Achse, im
12. Haus
Angefangen hat das Ganze relativ harmlos.
Da unser Sohn mit Mond und absteigendem Mondknoten im 4. Haus schon
immer ein "Heimweh - Kind" war, merkten mein Mann und ich nicht
sofort, was los war, als sich Florian sträubte, hin und wieder von
seiner Grossmutter gehütet zu werden. Wenn er dann aber, zusammen
mit seiner Schwester, bei meiner Mutter, die an der gleichen Strasse
wohnt, übernachten sollte, veranstaltete er ein "Riesen-Theater".
Vor etwa zwei Jahren, er war damals in der zweiten Klasse, wollte er
dann auch nicht mehr zur Schule gehen und blieb am Samstagnachmittag
lieber zu Hause, statt in seine geliebten "Wölfli" zu gehen. Wir
wurden stutzig, hielten das Ganze aber für ein vorübergehendes
Phänomen.
Dann begann die Zeit, in der Florian auch zu Hause ganz depressiv
und ängstlich wurde, nicht draussen mit anderen Kindern spielen
wollte und morgens schon in Panik erwachte. Er zitterte am ganzen
Körper, weinte und schrie, wenn ich ihn zwingen wollte, zu Fuss zur
Schule zu gehen.
Als der Transit exakt war, musste ich ihn zur Schule fahren, ihn zum
Klassenzimmer bringen und ihn seiner Lehrerin übergeben. Der Heimweg
war kein Problem - da kam er ja heim zu mir.
Mir wurde erst mit der Zeit bewusst, was sein Problem war: Jedes
Weggehen von mir oder von zu Hause löste in ihm Angst aus.
(Transit-Saturn im 10. Haus Opposition zum Radix-Mond im 4. Haus)
Ich versuchte herauszufinden, ob jemand ihm etwas angetan hatte -
auf dem Schulweg oder in der Schule -, aber das war nicht der Grund.
Florian konnte mir nie genau sagen, wovor er sich fürchtete, was
genau ihn ängstigte. Die Angst war einfach da.
Dank der Astrologie konnte ich erkennen, dass es sich in erster
Linie um einen Ablösungskonflikt zwischen meinem Sohn und mir
handelte. Mit Bachblütentropfen, Kinesiologie, Geschichten und
Märchen zum Thema, begannen wir an der Verbesserung der Situation zu
arbeiten - den ganzen Sommer hindurch.
Am ersten Schultag nach den grossen Ferien, stand Saturn - nach
seiner Rückläufigkeit - das letzte mal in Opposition zum Radix-Mond
meines Sohnes. Gemeinsam hatten wir uns auf diesen Schulbeginn und
das "Alleine zu Fuss zur Schule gehen" vorbereitet. Trotz meiner
Befürchtungen und in Kenntnis der Konstellationen spielte ich
Zuversicht und Normalität.
Alles lief gut bis zu dem Punkt, als mein Sohn losmarschieren
sollte. Panik stieg in ihm auf, und er begann zu zittern und
schreien. Ich wusste, wir hatten an diesem Thema viel gearbeitet,
und sagte ihm ruhig und bestimmt, dass er es jetzt könne, dass er
jetzt ohne Angst gehen könne. Ich stellte ihn vor die Türe, sagte
ihm, dass er stark sei und ich ihn liebe, dass er mit den anderen
Kindern zur Schule gehen könne, ich jetzt die Türe von innen
verschliessen und nicht mehr öffnen werde.
Ich schloss also die Türe und drehte den Schlüssel. Ich hielt mir
die Ohren zu und hoffte, dass ihm jetzt andere beistehen - ich
konnte nicht mehr weiter. Florian blieb vor der Türe stehen und
schrie einige Minuten hysterisch. Dann machte er sich schluchzend
auf den Weg.
In diesem Moment fühlte ich körperlich, dass etwas zwischen meinem
Sohn und mir zerriss. Es war beinahe ein Gefühl der Befreiung.
Florian empfand wahrscheinlich dasselbe. Als er von der Schule
heimkam, erzählte er mir, dass er die Angst nur noch wenige Meter
weit gefühlt hatte, danach sei sie plötzlich verschwunden. Seit
diesem Tag kann er auch ganz alleine, ohne Mitschüler, zur Schule
gehen.
Für mich war diese Zeit - vor der Loslösung - sehr schwer. Ich
fühlte mich eingesperrt, konnte das Haus nur noch verlassen, wenn
Florian in der Schule war. Meinen Sohn erlebte ich nicht mehr als
fröhliches, unbeschwertes und spontanes Kind, obwohl dies sonst
seinem Wesen entspricht. Das Schlimmste für mich war, dass mein Sohn
traurig und depressiv war, ohne dass ich ihm helfen konnte. Ich
selbst verfiel ebenfalls in eine Depression und wurde ganz mutlos.
Es war das einzige Mal, dass ich mir wünschte, ohne Kinder zu sein.
Ich sehnte mich nach Leichtigkeit und Licht. Ich lebte in einer
dunklen, schweren Zeit. Die unbestimmten Ängste meines Sohnes lösten
in mir eigene, alte unverarbeitete Ängste aus, die ich längst
überwunden glaubte (Transit-Saturn im 12. Haus). Nun musste ich mich
mit ihnen auseinandersetzen.
Meine Pläne gerieten durcheinander. Selbst meine Ausbildung zur
astrologischen Beraterin sah ich gefährdet. Ich besuchte kaum noch
Seminare und Kurse, um so der Auseinandersetzung mit Florian
auszuweichen. Auch zweifelte ich damals sehr daran, jemals als
Astrologin Beratungen oder Seminare durchführen zu können. Ich
brauchte meine ganze Kraft zur Meisterung des Alltages.
Ich wurde zerrissen zwischen meiner Mutterrolle (IC) und meinen
eigenen Wünschen und Vorstellungen (MC).
Eine grosse Hilfe in dieser Zeit war für mich die Hoffnung, ja
Gewissheit, dass dieser Alptraum enden würde, wenn Satrun seine
Arbeit getan hat und weiterläuft. Das war dann auch tatsächlich der
Fall. Seit damals kann Florian mit seinen Heimwehgefühlen viel
besser umgehen. Ich selbst konnte wieder eine klare Vorstellung von
mir als Mutter und Berufsfrau gewinnen - und umsetzen. Kein
"entweder oder" sondern ein "sowohl als auch".
Ursula, 3. April 1958, 06.10 Uhr in Schaffhausen CH, Psychologische
und Kosmische Astrologie, Kochhäuser
Florian, 29. April 1988, 08.50 in Baden CH