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Radix

Venus in Skorpion. im 12. Haus. im Quadrat zu Pluto im 8. Haus



Als meist liebenswürdige Waage, mit harmonisierender Ausstrahlung, bin ich mit einer zwölfthäusigen Skorpion-Venus , im Quadrat zu Pluto im 8. Haus gesegnet. Wie sich das Plutonische plötzlich über mich zu stülpen fähig ist, mich meiner Haltung und Würde beraubt und mich zum Schrecken meiner Umwelt äusserst obsessive Züge entwickeln lässt, sei an dieser Stelle gern berichtet:

Es ist ca 23 Uhr und ich befinde mich ohne Begleitung auf einem Hochzeitsfest. Das Terrain ist längst abgeklärt. Unter den männlichen Gästen kann ich beim besten Willen kein potentielles Objekt der Begierde entdecken. "Viel zu brav und bieder", befindet meine anspruchsvolle Skorpionvenus. "Kein einziger, dessen Vibrations mich ein bisschen in Schwung bringen könnten."

Sanft lächelnd und entspannt greife ich nach einem letzten Gläschen Champagner, und beschliesse, das Fest bald zu verlassen.

In diesem Moment öffnet sich die Tür und die Inkarnation meiner kühnsten Träume betritt die Bühne (Sonne, Mond, Merkur, Venus im Widder) - Schwarz gelockt, geheimnisvoll verlebt, die fiebrigen Augen mit Kajal umschattet - Die Aura eines Abenteurers, mit einem Hauch Abgründigem. "Schaurig, schön," seufzt meine plutoaspektierte Venus lustvoll – "Aah, eine Mischung aus Clochard und Aristokrat -wie delikat!" Ich bin hellwach.

Als der Besagte an mir vorüberschlendert, ohne mich zu bemerken, verletzt mich das zutiefst.

"Na warte" - denke ich – "Ich habe bereits in deine Seele geschaut, und dich wieder erkannt, - du entkommst mir nicht."

Meine dramatisch aufgebrachten Gefühle kanalisiere ich erst mal durch leidenschaftliches Flamenco tanzen. (Die Gipsy Kings sind gerade angesagt) Als der Geist des "Bambolero" mich endgültig ergreift, weiss ich, dass ich alles bekommen werde, was ich will - in dieser Nacht. -

Und so ist es dann auch nur noch eine Frage der Zeit, bis ich in meines Bettelprinzen himmlische Kissen sinke.

Was soll ich sagen? - Ich habe nie wirklich verstanden, was dann über mich hereinbrach.

Ich fühlte mich am tiefsten Punkt meiner Existenz gepackt und in die Luft geschleudert. - Funkenregen, Feuerwerk, pulsierende, riesig grosse Orchideen und immer wieder - und immer weiter

Als ich nach drei Tagen nach Hause wankte, war ich völlig aufgelöst. Selig einerseits - anderseits spürte ich auch, dass dieser Mann seine Freiheit über alles liebte und ich mich in Zukunft seinen Zeitgesetzen anzupassen hätte Ich dachte noch: "Und wenn das tatsächlich alles war, so hat er mich dennoch so reich beschenkt, dass ich bis zu meinem Lebensende davon zehren kann." Ich hielt mich wirklich für so genügsam und unabhängig. Doch aus der Fülle wurde sehr schnell Mangel und ich wurde regelrecht süchtig nach ihm und diesem Wahnsinnserlebnis. Je mehr Druck ich machte, desto mehr zog er sich zurück. Aus der charmanten Waage-Frau war ein gieriges Monster geworden. Kali lässt grüssen!

Es dauerte fast zwei Jahre (in der Zeit war immer wieder mal Pluto im Transit auf meinem Skorpion-Mond) bis die quälend, schmerzhafte Sehnsucht endlich aufhörte und ich erkannte, dass meine nähebedürftige Venus einen aussergewöhnlichen Mann für alle Tage braucht.

Heute lebe ich mit einem äusserst liebenswerten Jungstier zusammen, der mich ritterlich umsorgt (sein Neptun steht auf meiner Venus) und mich oft zum Lachen bringt.

An der Extase müssen wir noch ein bisschen arbeiten.