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Klassisch stimmig benehmen sich die zwei, Uranus und Neptun , mir
gegenüber in Sachen Besitz. Dass mir materielle Werte nicht allzu
viel bedeuten, ist von vornherein klar, weder Beruf noch Ehe wurden
je von finanziellen Vorteilen bestimmt (in H8 in Jungfrau, beseelt
mit Waage-Mond, ist auch nichts zu holen). Alles an beweglicher Habe
Vorhandene wird im (unregelmässigen) Turnus rundum erneuert, weil es
irgendwie verlorengeht. Mit einem Steinbock-AC und seinem Herscher
in H9 wird einem ja auch sowieso nichts geschenkt und im Verein mit
Uranus und Neptun liegen Wertvorstellungen eh auf höheren Ebenen.
Insofern ist es ja von vornherein sehr praktisch eingerichtet, dass
alle Steinbock-ACs in unseren Breiten das zweite Haus in Wassermann
oder Fische haben! Wie sollte ein Steinbock-AC, der alles selbst und
hart erarbeiten muss, je die Wertvorstellungen und Forderungen eines
vom Löwen bestimmten 2.Hauses, oder den exquisiten Geschmack einer
Waage-Venus erfüllen können?
Als sehr praktisch für meine diversen’DUs’ im Leben erwies sich von
Jugend an, dass Hausherrscher Neptun in Haus 7 steht und überdies
mit Uranus durch ein Quinqunx verbunden ist. Da kann man sich immer
wieder freizügig bedienen und das macht ja auch weiter nichts, das
war ja in den entsprechenden Jahren mit den entsprechenden
Generationskonstelllationen eh so, dass Frauen kein eigenes Geld
hatten, mein Gehalt beispielsweise aufs Konto meines Ehepartners
ging und ich so gut wie keine eigene Mark in die Hand bekam. Das
fiel mir aber über zwei Jahrzehnte nicht weiter auf, da ich in
jungen Jahren der Not gehorchend auch den grössten Teil meiner
Einkünfte in bar (oder in den Nachkriegsjahren in Naturalien) zu
Hause ablieferte . Was dabei angesichts des Quinkunxes jedoch immer
wieder Ungemach hervorrief, waren die ständigen Anschuldigungen der
jeweiligen Gegenparteien, ich liesse mich schamlos ausnutzen. Man
findet es heute auch ziemlich kleinkariert, dass ich seit einigen
Jahren Sicherheiten für geleistete Bürgschaften erbitte und das
immer wieder willig verliehene Geld gern irgendwann einmal
zurückhaben möchte.
Nun aber sollte in naher Zukunft Jupiter sein Füllhorn über Uranus
ausschütten - er nahte von links, während von rechts der Alterspunkt
(74/75 - also 2. Haus!) heranrückte. Das grosse Glück begann sich
schon peu-à-peu abzuzeichnen: Zweimal gewann ich DM 10,-- in der
allwöchentlichen Rubbel-Lotterie bei meinem Zigarettenhändler sowie
DM 135-- in der Klassenlotterie, die aber leider für das zwangsweise
zu kaufende Ersatzlos draufgingen. Dann traf es mich Schlag auf
Schlag, hier 40.000, dort gar 100.000, -, im ganzen reichlich über
eine Million, da ich auf den Verteilerlisten aller
Mini-Versandhäuser zu stehen scheine und fortlaufend mit
Glücksnachrichten überhäuft werde. Einmal bestellte ich auch
tatsächlich irgendwelchen Ramsch, um die Chose einmal durchzuziehen
und festzustellen, was da eigentlich gespielt würde. Nach endlosem
hin und her dann ein Jahr später, beim Zusammentreffen von Jupiter
und Alterspunkt auf meinem in freudiger Erregung harrenden Uranus
endlich der Scheck für "den höchstmöglichen Gewinn dieser Ziehung" -
ein Scheck über sage und schreibe DM 7,50 (in Worten sieben
fünfzig!), etwa zeitgleich mit der Erkenntnis, dass ich den einem
lieben Verwandten geliehenen Tausender wohl wieder einmal endgültig
abschreiben kann. Das also ist Jupiters Füllhorn bei einem Uranus im
2. Haus in den Fischen..
Ohne ihn hätte es ja aber auch beim Alterspunkt auf dem Uranus mit
der leiblichen Existenz weit schlimmer werden können, noch dazu mit
dem beim Häuserwechsel mit 70 Jahren ausgelösten Mars. Seien wir
also weiterhin glücklich und zufrieden, auch ohne den grossen
Geldsegen , und widmen wir uns auch fürderhin engagiert den
humanitären Forderungen des transitären Jupiter ...
P.S. Heute hat mir Jupiter, bevor er mein 2. Haus verlässt, noch
schnell ein tragbares Radio der Spitzenklasse beschert. Genau wie
ich hatte meine 92-jährige Freundin seit Jahren entsetzliche
Schwierigkeiten, bestimmte Sender in ihrem Radio einzufangen und wir
jammerten uns gegenseitig etwas vor, bis ihr Sohn ihr ein
supertolles Gerät schenkte, mit dem alle Sender auf einfachen
Knopfdruck rein und klar zu empfangen sind. Das erfüllt sie mit
soviel Glückseligkeit, dass sie beschloss, mich daran teilhaben zu
lassen, indem sie mir auch ein solches schenke. Mein Glück macht sie
nun noch glücklicher. Rundum also Glückseligkeit - -was mehr könnte
man vom Glücksbringer verlangen?
Frau, 75 Jahre
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