... treffen sich zwei
"Suchende" und "Strebende". Dem Forscherdrang des Skorpions entgeht
nichts. Hat er erst einmal Licht in eine Sache gebracht, so übernimmt der Schütze die
Angelegenheit, stellt sie in einen grösseren Zusammenhang, gibt ihr Glanz und Schein und
verkündet sie aller Welt.
Doch nicht immer spielt die Zusammenarbeit so
optimal. Der Skorpion sucht grundsätzlich eher die dunkleren Gefilde. Der Schütze strebt
ans Licht. Wenn der Skorpion an den Drogenumschlagplatz geht, um herauszufinden, was hier
vor sich geht, so sucht der Schütze nach philosophischem und religiösem Gedankengut, das
ihm Aufschluss über dieses Problem geben könnte. Wo der Skorpion sich herumtreibt, da
ist es dem Schützen oft zu bedrohlich, zu hautnah und zu schmutzig - und dies im
konkreten wie im übertragenen Sinn. Aus der Sicht des Skorpions wäscht der Schütze
seine Hände in Unschuld, hängt sich ein Mäntelchen von Scheinheiligkeit über und
verpasst dabei das wirkliche Leben.
Ganz so dramatisch wie diese Zeilen ist Ihr Zusammenleben vermutlich
nicht. Doch dürfte sich dieser Grundtenor in vielen gemeinsamen Erlebnissen abzeichnen.
Es braucht einiges an gegenseitiger Toleranz, um sich auf das Anderssein des Partners auch
wirklich einlassen zu können. Dann jedoch sind Sie Ihrem Partner ein Vorbild an Vertrauen
und Optimismus. Sie Ihrerseits können einiges von ihm zum Thema "Sein oder
Schein" lernen. Und beide können Sie den Einblick in die völlig andere Welt des
Partners geniessen und sich davon bereichern lassen. |